| Colliers/JLL

Transaktionsvolumen am deutschen Hotelmarkt steigt auf 1,5 Milliarden Euro

Für 2015 erwarten die Researcher ein Transaktionsvolumen von rund drei Milliarden Euro
Bild: Meyhome ⁄

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt hat nach Angaben des Immobiliendienstleisters Colliers International im ersten Halbjahr 2015 den Rekordwert von 2014 mit einem Transaktionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro um fünf Prozent gesteigert. JLL spricht von 1,48 Milliarden Euro Umsatz und sogar von einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2014 mit 1,36 Milliarden Euro.

Die Dominanz der Portfolioverkäufe nahm Colliers zufolge zu Gunsten der Einzelverkäufe im Vergleich zum Vorjahr deutlich ab. Machten die Paketverkäufe 2014 noch rund 62 Prozent des Transaktionsvolumens aus, sind es aktuell 47 Prozent. Die zehn größten Einzeltransaktionen machten laut JLL insgesamt 560 Millionen Euro aus.

Investierten zum Halbjahr 2014 vorwiegend noch ausländischen Investoren, in deutsche Hotelimmobilien, waren es zum Halbjahr 2015 zum Großteil Käufer aus dem eigenen Land. Knapp 890 Millionen Euro entfielen auf Käufer mit Sitz in Deutschland (Colliers).

Laut JLL sind bis zur Jahresmitte knapp zwei Drittel (23) der Einzeltransaktionen auf das Konto von deutschen Anlegern gegangen. Sie machten demzufolge 555 Millionen Euro aus. Investoren aus den USA waren an drei Einzeltransaktionen mit insgesamt rund 100 Millionen Euro beteiligt, aus dem Vereinigten Königreich waren es zwei mit rund 80 Millionen Euro.

Auch auf Verkäuferseite hatten nationale Investoren die Nase vorne. Diese trennten sich insgesamt von Hotelobjekten im Wert von rund 1,08 Milliarden Euro (71 Prozent), so Colliers.

4-Sterne-Hotels in der Investorengunst

Besonders beliebt bei Investoren waren Colliers zufolge im ersten Halbjahr 4-Sterne-Hotels. Objekte dieser Kategorie waren für mehr als ein Drittel des Transaktionsvolumens verantwortlich. Insgesamt entfielen rund 530 Millionen Euro auf diese Kategorie. Auch die Nachfrage nach 3-Sterne-Häusern ist ungebrochen: 410 Millionen Euro wurden durch Verkäufe in dieser Kategorie umgesetzt. Hotels der 1- bis 2-Sterne-Kategorie erreichten einen Anteil von 20 Prozent am Transaktionsvolumen und haben sich gegenüber den Objekten im Luxussegment, die rund 180 Millionen Euro zum Transaktionsvolumen beitrugen, durchgesetzt.

Die meisten Transaktionen wurden wie 2014 in den sieben großen Hotelstandorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart getätigt. Gut 910 Millionen Euro oder 60 Prozent am Transaktionsvolumen wurden hier generiert. In die Nebenstandorte wurden gut 600 Millionen Euro in Hotels investiert. Während im Bereich der Top-Standorte durchschnittlich 26,9 Millionen Euro in ein Objekt investiert wurde, kamen die Nebenstandorte auf 8,7 Millionen Euro.

Aktivste Akteure

Bis zum Ende des ersten Halbjahres zeigten sich Reits Colliers zufolge als die aktivsten Akteure auf Käuferseite: Sie erwarben Hotelobjekte im Wert von knapp 340 Millionen Euro. Laut JLL waren institutionelle Investoren mit 14 Einzeldeals und 440 Millionen Euro die mit Abstand aktivste Käufergruppe, gefolgt von Hotel Operator (sieben Deals), vermögende Privatpersonen (fünf Deals) und Privat Equity Gesellschaften (drei Deals).

Auf Verkäuferseite zeigten sich gemäß Colliers Corporates und Eigennutzer als die tätigste Branche auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt. Sie trennten sich von Hotelimmobilien im Wert von 440 Millionen Euro (29 Prozent). Projektentwickler und Bauträger erreichten mit 390 Millionen Euro einen Anteil von 26 Prozent am Transaktionsvolumen. Opportunity und Private Equity Fonds kamen auf 166 Millionen Euro (elf Prozent).

Projektentwicklungen im Aufschwung

Zwar rangieren Bestandsobjekte mit knapp 60 Prozent am Transaktionsvolumen weiterhin an der Spitze, doch verloren sie im Vergleich zum Vorjahr 33 Prozentpunkte. Zu diesem Ergebnis kommt Colliers. Während sich die steigende Anzahl der Projektentwicklungen im vergangenen Jahr noch nicht in den Verkaufszahlen niederschlug, erreichten Projektverkäufe in diesem Jahr einen Anteil am Transaktionsvolumen von fast 17 Prozent.

Umsatz von drei Milliarden Euro für 2015 prognostiziert

Bleibt es bei dem guten Investment- und Finanzierungsklima das Gesamtjahresergebnis dem Immobiliendienstleister JLL zufolge die Drei-Milliarden-Euro-Grenze überschreiten. Zu diesem Ergebnis kommt auch Colliers.

Lesen Sie dazu auch:

2014: Rekordhalbjahr auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Hotelimmobilie

Aktuell

Meistgelesen