Der Preisanstieg für Wohnimmobilien geht weltweit zurück. Im dritten Quartal 2017 lag die Verteuerung im Jahresvergleich laut "Global House Price Index" von Knight Frank im Schnitt bei 5,1 Prozent. Im Vorquartal waren es 6,3 Prozent. "13 der 15 weltweit stärksten Wohnimmobilienmärkte verzeichnen eine Abschwächung der jährlichen Preiswachstumsrate", sagt Researcherin Kate Everett-Allen. Das Ranking führt Island an (20,4 Prozent). Deutschland liegt mit 6,2 Prozent auf Rang 22.

Island führt das Ranking bereits seit vier aufeinander folgenden Quartalen an. Auf dem zweiten Platz liegt Hongkong. Allerdings zeigen die Daten in den Monaten Juli bis September einen Preisanstieg von nur 1,7 Prozent.

Estland, Ungarn und Neuseeland sind in diesem Quartal aus den Top 10 verschwunden. Neuseeland ist vom 10. Platz (10,4 Prozent) auf den 27. Platz (5,2 Prozent) gerutscht. Knight Frank geht davon aus, dass hier verschärfte Bedingungen bei der Kreditvergabe und die Pläne für ein Verbot von ausländischen Investoren zu nachlassenden spekulativen Aktivitäten geführt haben.

Europäische Immobilienmärkte wieder deutlich ins Interesse gerückt

Die Region Europa verzeichnet im Durchschnitt einen jährlichen Preisanstieg von 5,6 Prozent bis September 2017, verglichen mit 2,3 Prozent noch vor drei Jahren. Selbst beim Schlusslicht Griechenland auf Platz 54 könnte sich laut Knight Frank der Markt im vierten Quartal ins Positive drehen – nach neun Jahren des Negativwachstums verzeichnet Griechenland im dritten Quartal 2017 bereits das erste Mal einen leichten Anstieg um 0,7 Prozent.

Die Region wird von Tschechien angeführt mit einem Anstieg von 13,2 Prozent (Platz 3 im Gesamtranking). Es folgen Malta (11,5 Prozent, Platz 4 im Gesamtranking) und Litauen (8,8 Prozent, Platz 8 im Gesamtranking). Insgesamt rangieren zwölf europäische Länder unter den Top 20 im weltweiten Ranking. Vor Deutschland auf Platz 22 kommt noch Estland mit einem Anstieg von 6,4 Prozent.

Asien-Pazifik-Raum behauptet sich an der Spitze der leistungsstärksten Märkte

Zwar ist China vom 12. auf den 19. Platz (6,5 Prozent) gerutscht und liegt damit im Durchschnitt dieser Region, aber im Fünf-Jahres-Vergleich zeigt sich deutlich, dass Asien Pazifik sich weiterhin an der Spitze der weltweit leistungsstärksten Märkte behauptet.

Indien weist im Fünf-Jahresvergleich eine Wachstumsrate von 76,1 Prozent auf. Unter den Top 10 sind in diesem Vergleich gleich fünf Länder aus Asien Pazifik vertreten: Hongkong (plus 60,1 Prozent), Neuseeland (plus 56 Prozent), Malaysia (48,6 Prozent) und Australien (45,9 Prozent).

An erster Stelle ist hier die Türkei (von Knight Frank der Region Naher Osten zugeordnet) mit plus 95,3 Prozent. Im aktuellen Vergleich der dritten Quartale 2017 mit 2016 liegt die Türkei auf Rang 6 mit einem Plus von 11,1 Prozent.

Saudi Arabien taucht erstmals im Index auf

Im dritten Quartal taucht erstmals Saudi Arabien im Index auf. Die Preise haben hier im Jahresvergleich um 5,4 Prozent nachgegeben, womit das Land unter den am schwächsten performenden Märkten den vorletzten Platz belegt. Auf dem letzten Platz liegt die Ukraine: Hier haben die Preise um 6,7 Prozent nachgegeben im Vergleich zu dritten Quartal 2016. Knight Frank vermutet, dass in Saudi Arabien die vor kurzem eingeführte Zusatzabgabe für nicht einheimischen Arbeitskräfte auf die Nachfrage von Wohnimmobilien drückt.

Preise in den USA legen deutlich zu – in UK geben sie nach

Auch in den USA und UK spiegelt sich die jeweilige wirtschaftliche Entwicklung im dritten Quartal 2017 in den Wohnimmobilienpreisen wider. Die Durchschnittspreise in den USA haben laut Knight Frank innerhalb der vergangenen zwölf Monate um 6,2 Prozent zugelegt – im Vergleich zu 5,5 Prozent im zweiten Quartal. Wohin gegen die Immobilienpreise in Großbritannien marginal von 2,8 Prozent auf 2,6 Prozent gefallen sind. Der britische Markt bleibt ein stark lokalisierter Markt, wobei Knight Frank zufolge die Hauptsorge in vielen Märkten der Finanzierbarkeit gilt.

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