08.07.2016 | Immowelt

Studie: Jeder vierte Makler rät von energetischer Sanierung vor Neuvermietung ab

Vor dem Verkauf einer Immobilie raten inzwischen 28 Prozent der Immobilienmakler von energetischen Sanierungsmaßnahmen ab.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Jeder vierte Makler (24 Prozent) rät Vermietern davon ab, vor einer Neuvermietung Geld in eine energetische Sanierung zu stecken. Das zeigt der Marktmonitor Immobilien 2016 des Immobilienportals immowelt.de. 28 Prozent der Befragten halten Maßnahmen für eine bessere Energiebilanz selbst vor dem Verkauf einer Immobilie nicht für notwendig.

2015 hatten laut Immowelt deutlich weniger Makler (17 Prozent) generell von energetischen Maßnahmen abgeraten. 2012 waren es sogar nur acht Prozent. Grund für die rückläufigen Investitionsempfehlungen ist demnach der anhaltende Immobilien-Boom und die hohen Kosten für energetische Sanierungen.

Mieten können Investitionen nicht kompensieren

Nur jeder dritte Makler gab bei der Befragung an, dass sich durch einen besseren energetischen Standard höhere Mieten realisieren lassen. Für Vermieter lohnen sich den Aussagen zufolge Investitionen nur, wenn sie die Ausgaben zumindest mittelfristig über die Miete wieder hereinholen können.

Die Befürchtung der Makler: Durch die hohen Standards der Energieeinsparverordnung (EnEV) und die damit verbundenen Kosten können die Mieten die Investitionen nicht mehr kompensieren. Vor allem in Städten mit günstigen Mietpreisen rechnen sich energetische Sanierungen daher oft nicht. In boomenden Städten mit höheren Mieten ist die Nachfrage nach Wohnraum hingegen häufig so hoch, dass auch energetisch unsanierte Wohnungen einfach zu vermieten sind.

Kaufimmobilien in Großstädten auch ohne Sanierung gefragt

Vor dem Verkauf einer Immobilie raten inzwischen sogar 28 Prozent der Makler von energetischen Sanierungsmaßnahmen ab.

Damit setzt sich auch bei Verkaufsobjekten ein Trend fort, der sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat: 2012 haben nur neun Prozent der Makler von energetischen Maßnahmen abgeraten, 2014 waren es bereits 18 Prozent.

Besonders in beliebten Regionen mit großer Nachfrage können sich Verkäufer die Investitionen häufig sparen. In den Großstädten geben 40 Prozent der Makler an, dass der energetische Standard keine oder kaum Auswirkungen auf die Vermarktung hat. In mittelgroßen Städten sind es nur 27 Prozent, in kleinen Städten und auf dem Land 34 Prozent.

Alternative Energieformen spielen kaum eine Rolle

Die Mehrheit der Immobilienprofis rät bei Verkaufsobjekten zu einer Dachdämmung (59 Prozent), gefolgt von der Wärmeschutzverglasung (41 Prozent) sowie der Brennwertheizung (40 Prozent). Alternative Energieformen wie Photovoltaik (sechs Prozent) und Erdwärmeheizung (vier Prozent) spielen aus Sicht der Makler kaum eine Rolle.

Vor einer Neuvermietung empfehlen die Immobilienprofis vor allem den Einbau einer Wärmeschutzverglasung (48 Prozent) und einer Brennwertheizung (43 Prozent).

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Schlagworte zum Thema:  Sanierung, Makler

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