| Studie

Immobilienverkäufe steigen auf höchsten Wert seit 2008

Immobilienkäufer müssen sich auf weiter steigende Preise einstellen
Bild: Michael Staudinger ⁄

Im Jahr 2012 wurden Immobilien für 170 Milliarden Euro verkauft. Das sind 30 Prozent mehr als 2009 und der höchste Wert seit dem Krisenjahr 2008. Das zeigt eine Studie des Arbeitskreises der amtlichen Gutachterausschüsse. Etwa zwei Drittel der rund eine Million Kaufverträge betrafen Wohnimmobilien.

Käufer von Häusern und Wohnungen müssen sich in den kommenden Jahren weiter auf weiter steigende Preise einstellen. Eine spekulative Blase auf dem Immobilienmarkt, wie sie im Januar das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung für den Stuttgarter Wohnungsmarkt befürchtete, sei aber nicht zu befürchten, sagte Peter Ache, Redaktionsleiter des Berichts.

Dabei wird es künftig auch weiterhin regional sehr große Unterschiede geben, vor allem bei den Wohnimmobilien, wie der Arbeitskreis mitteilte. Ein Beispiel: Bei freistehenden
Ein- und Zweifamilienhäusern in mittlerer Lage bewegt sich der Preis pro Quadratmeter Wohnfläche auf Länderebene zwischen 720 Euro (Sachsen-Anhalt) und 2.950 Euro (Hamburg).

Am teuersten ist dem Bericht zufolge die Stadt München mit knapp 6.100 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von den Landkreisen München mit 5.450 Euro und Starnberg 4.160 Euro. Besonders niedrig liegen die Preise für freistehende Einfamilienhäuser in Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. In solchen Regionen mit schrumpfender Bevölkerungszahl zahlen Käufer häufig unter 550 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Starke Preissprünge bei landwirtschaftlich genutzten Fläche

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei den Eigentumswohnungen: Hier verzeichneten die Experten eine kontinuierliche Zunahme bei der Zahl der Kaufverträge. 2012 waren es demnach 284.000 - ein Plus von rund zwölf Prozent innerhalb von drei Jahren. Der Wert der verkauften Immobilien stieg mit 23,5 Prozent sogar deutlich stärker. Gebrauchte Eigentumswohnungen in mittlerer Lage kosteten zwischen 590 Euro pro Quadratmeter (Sachsen-Anhalt) und 2.370 Euro (Hamburg).

Spitzenplätze nahm auch hier erneut München mit den umliegenden Kreisen ein. Doch auch die Städte Hamburg, Frankfurt/Main, Freiburg sowie die ostfriesischen Küstenregionen und die zugehörigen Inseln landeten weit vorn.

Starke Sprünge beobachteten die Experten auch bei landwirtschaftlich genutzten Flächen: Seit 2006 seien im Norden und Nordosten die Preise fast auf das Doppelte gestiegen.

Der Arbeitskreis trägt die Ergebnisse auf Grundlage der tatsächlichen Kaufverträge zusammen. In Deutschland gibt es derzeit 1.380 örtliche Gutachterausschüsse. Der Marktbericht beleuchtet Preisentwicklungen und untersucht Veränderungen der Bevölkerungsstruktur in den einzelnen Regionen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Studie

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