Beim Ablesen der Heizungen wurden 2016 höhere Verbräuche festgestellt. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im Vergleich zu 2015 ist der Erdgasverbrauch in deutschen Mehrfamilienhäusern im vergangenen Jahr um fünf Prozent, der Fernwärmeverbrauch um etwas über sechs Prozent und der Heizölverbrauch um sieben Prozent gestiegen. Das geht aus einer Auswertung des Energiedienstleisters Techem hervor.

Der Energieverbrauch für Heizwärme ist damit erneut angestiegen. Techem vermutet, dass die Ursache unter anderem die kühlere Witterung in den Wintermonaten 2016 war. Im untersuchten Wohngebäudebestand lag der Durchschnittswärmeverbrauch für Erdgas bei 125 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, für Heizöl bei 126 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr und für Fernwärme bei 102 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Techem-CEO Frank Hyldmar sieht daher klaren Handlungsbedarf, um die Energieeffizienz in Wohngebäuden weiter zu verbessern und die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Von 2008 bis 2014 war der Energieverbrauch im Schnitt um 1,5 Prozent gesunken.

Energieverbrauch: Nordrhein-Westfalen ist am sparsamsten

In Vorbereitung der jährlichen Energiekennwerte-Studie hat Techem für rund 140 deutsche Städte auch den Energieverbrauch für Wärme- und Warmwasser in Mehrfamilienhäusern verglichen. Den niedrigsten Wert zeigte Bottrop, wo sich der Verbrauch um 2,56 Prozent auf 111,64 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m2) Wohnfläche und Jahr erhöhte. Weitere Niedrigverbraucher waren Schweinfurt (111,79 kWh/m2, +5,89 %), Gladbeck (112,73 kWh/m2, +3,85 %), Eberswalde (112,79 kWh/m2, +4,31 %) und Hattingen (113,25 kWh/m2, +5,93 %). Gleich drei der Top 5-Städte liegen damit in Nordrhein-Westfalen, ebenso wie viele weitere auf den folgenden Plätzen.

Wärmeverbrauch: Spitzenreiter im Norden der Republik

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Während mit Salzgitter auf Platz eins des Rankings (177,21 kWh/m2, +7,69 %) und Heidenheim auf Platz vier (164,74 kWh/m2, +10,47 %) zwei küstenferne Städte dabei sind, liegen die Plätze zwei, drei und fünf mit Itzehoe (169,89 kWh/m2, + 5,61 %), Rendsburg (165,81 kWh/m2, +4,98) und Schleswig (162,68 kWh/m2, +2,06 %) in Schleswig-Holstein, ebenso einige weitere auf den nachfolgenden Plätzen. 

Techem-CEO: Energieverbrauch aktiv beeinflussen

„Wir sollten nicht auf warme Winter hoffen, wenn wir den Energieverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen in Wohnungen deutlich verringern wollen.“ Techem-CEO Frank Hyldmar

Maßgebliche Einflussfaktoren für mehr Energieeffizienz seien neben der Bausubstanz und energetischen Qualität der Gebäude die Technik zur Wärmeerzeugung und -verteilung und das Verbrauchsverhalten der Bewohner. „Wenn wir 2050 in einem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand leben wollen, müssen wir gemeinsam an allen beeinflussbaren Faktoren ansetzen“, so Hyldmar. Techem arbeite gemeinsam mit Partnern aus Wohnungswirtschaft, Industrie und Forschung daran, wenig bekannte, aber kostengünstige Wärmeeinsparmaßnahmen stärker in den Fokus von Öffentlichkeit und Politik zu rücken. Derzeit untersucht auch eine "Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand" die Wirksamkeit rein technischer Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäude in der Praxis.

Schlagworte zum Thema:  Energieverbrauch, Studie, Mehrfamilienhaus

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