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Boom-Städte: Frankfurt und München wachsen stärker als Berlin

Berlin ist zwar Bundeshauptstadt, gehört aber nicht zu den stark wachsenden Städten in Deutschland.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Berlin ist zwar Bundeshauptstadt, aber in Bezug auf Bevölkerungswachstum, Beschäftigung und Steuereinnahmen stehen Frankfurt und München deutlich besser da. Das belegt die Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zu wachsenden und schrumpfenden Kommunen.

Berlin und Hamburg sind demnach zwar „wachsende Städte“. Sie gehören aber im Gegensatz zu München, Hannover, Stuttgart, Frankfurt am Main, Köln, Bonn und Koblenz nicht der Kategorie der „stark wachsenden Städte“ an. Auch die Mieten steigen in Berlin zwar an, liegen aber nach wie vor deutlich unter denen von anderen großen Städten in Deutschland.

Auf der anderen Seite der Entwicklungsskala steht Bremen: In der Hansestadt wuchs im untersuchten Zeitraum zwischen 2008 und 2013 zwar die Bevölkerung noch minimal. Da die Studie aber sechs verschiedene Indikatoren berücksichtigt und diese für Bremen - etwa bei den Gewerbesteuereinnahmen - in der Gesamtschau einen Negativtrend ausweisen, gilt die Hansestadt als „schrumpfende Stadt“. Auch viele Städte im Ruhrgebiet schrumpfen. Generell wird sich die Städtelandschaft in Deutschland laut der Untersuchung wandeln: Während die Bevölkerung in den Großstädten von 2008 bis 2013 um 2,8 Prozent gewachsen ist, ging die Bevölkerungszahl in Städten mittlerer Größe und Kleinstädten zurück, vor allem in Ostdeutschland, aber auch im Westen. 

Zu den Städten, wo auch der sogenannte Speckgürtel noch wächst, zählt die Studie München, Hamburg, Berlin, Stuttgart, Hannover, Frankfurt am Main und Freiburg. Anders sei die Entwicklung dagegen im Rheinland und rund um die stark wachsenden Städte Dresden und Leipzig, sagte die Autorin der Studie, Antonia Milbert. Hier hätten die Kommunen im Umland zuletzt kaum von der Sogwirkung der Stadt profitieren können. Das prozentual höchste Wachstum bei den Einwohnerzahlen hatte im untersuchten Zeitraum die Gemeinde Unterföhring bei München mit einem Plus von 19,9 Prozent.

GdW: Verdreifachung des Leerstands in Ostdeutschland

"Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die BBSR-Studie die Probleme von schrumpfenden Kommunen – die zukünftig immer mehr Regionen betreffen – stärker ins öffentliche Bewusstsein hebt", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. Jetzt komme es darauf an, dass aus den Erkenntnissen auch die richtigen politischen Schlussfolgerungen gezogen werden: Mehr Stadtrückbau und mehr Unterstützung für diejenigen, die den Rückbau schultern müssen." Gedaschko rechnet bis 2030 mit einer Verdreifachung des Leerstands in Ostdeutschland.

Schlagworte zum Thema:  Studie, Wachstum

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