31.01.2013 | Scope

Stimmung im Markt geschlossener Fonds bleibt schlecht

Unklarheiten über einzelne Aspekte der Regulierung drücken auf die Stimmung
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Stimmungsbild im Markt geschlossener Immobilienfonds verharrt auf niedrigem Niveau. Der Scope-Geschäftsklima-Index "Geschlossene Fonds" liegt deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Im Vergleich zur Befragung vor etwa einem halben Jahr gab es keine Verbesserung.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung von Initiatoren und Vermittlern geschlossener Fonds zu ihrer Geschäfts- und zur Marktlage. Als Gründe für den zurückhaltenden Ausblick auf 2013 gaben Anbieter am häufigsten die durch die Regulierung geschürte Verunsicherung der Marktteilnehmer an. Vor allem die weiterhin vorhandenen Unklarheiten über einzelne Aspekte der Regulierung – wie zum Beispiel die maximale Kreditquote – drücken auf die Stimmung.

Die restriktive Kreditvergabe der Banken wurde nur von vergleichsweise wenigen Anbietern als Grund angeführt. Die Vermittler wiederum machen die zahlreichen Schieflagen und enttäuschenden Performancewerte zahlreicher Fonds für die zurückhaltende Investorennachfrage verantwortlich. Statt mit Neuinvestitionen müssten sich viele Anleger derzeit mit Sanierungskonzepten auseinandersetzen.

Regulierung bestimmt Strategie der Fondsanbieter

Scope hat die Initiatoren zur Umsetzung der AIFM-Richtlinie befragt: Nahezu zwei Drittel der Befragten streben eine Inhouse-Lösung an. Nur rund 15 Prozent beabsichtigen, die neuen Anforderungen extern mittels Master-KVG zu erfüllen. Als größte Herausforderungen bei den neuen regulatorischen Anforderungen schätzen die befragten Anbieter das Erfordernis einer Verwahrstelle sowie die Implementierung von Risikomanagementsystemen ein. Jedes zweite Emissionshaus stufte mindestens einen dieser Aspekte der AIFM-Richtlinie als herausfordernd ein.

Trend zu Anleihen wächst

Die höheren regulatorischen Anforderungen führen dazu, dass einige Anbieter alternative Verpackungen für Sachwertinvestments anbieten werden. In der aktuellen Befragung gab jedes fünfte Emissionshaus an, künftig Anleihen anbieten zu wollen. Mehr als 40 Prozent der Anbieter setzen auf Spezialfonds für institutionelle Investoren. Genussrechte spielen dagegen in den Planungen der Anbieter kaum eine Rolle. Nicht einmal jedes zehntes Emissionshaus plant die Ausgabe von Genussrechten. Trotz konkreter Planungen mit alternativen Vehikeln kann vom Ende des KG-Modells keine Rede sein: Mehr als zwei Drittel der Befragten wollen auch künftig Sachwerte im Mantel des geschlossenen Fonds anbieten. 

11 Prozent der Emittenten erwarten höheres Platzierungsvolumen

In Bezug auf das Platzierungsvolumen für den Gesamtmarkt sind die Anbieter für 2013 skeptisch: Nur elf Prozent der Emittenten rechnen mit einem höheren Volumen als im Vorjahr. Jeder Dritte hingegen erwartet sinkende Absatzzahlen. Zum Vergleich: Bei der Scope-Umfrage vor einem Jahr gingen noch 20 Prozent von steigenden und rund 17 Prozent der Anbieter von sinkenden Platzierungszahlen aus. Die positivsten Erwartungen für dieses Jahr sind mit dem Segment Immobilien verbunden.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfonds, Geschlossene Immobilienfonds

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