04.12.2012 | Deutsche Hypo

Stimmung am Immobilienmarkt hellt sich auf

Lichtblick: Vor allem das Ertragsklima steigt mit 2,3 Prozent spürbar an
Bild: Uschi Dreiucker ⁄

Trotz der wirtschaftlichen Krisen in Europa herrscht am deutschen Immobilienmarkt eine positive Grundstimmung: Der Deutsche Hypo-Immobilienkonjunktur-Index hat sich in der Novembererhebung 2012 leicht verbessert. Dies ist das erste Anzeichen einer Stimmungsverbesserung seit März.

Gleichwohl zeigt sich ein ambivalentes Bild zwischen den Segmenten: Während Büroimmobilien immer weniger Vertrauen entgegengebracht wird, hat sich die Wohnungswirtschaft zur attraktiven Assetklasse entwickelt. Hier hat ein Umdenken bei den Akteuren und Investoren stattgefunden. Insgesamt dominiert die Finanzkrise zwar weiterhin das Geschehen, jedoch beeinflusst die Realwirtschaft die Vermietungsmärkte tendenziell positiv. Die Stimmung unter den mehr als 1.000 befragten Immobilienexperten zeigt: Der seit sieben Monaten anhaltende sukzessive Abwärtstrend setzt sich nicht fort, sondern kehrt sich um in ein geringes Wachstum. Mit 1,2 Prozent fällt der Stimmungsaufschwung zwar vergleichsweise klein aus. Aber er sendet ein Signal. Die Frage ist, ob sich diese Momentaufnahme zu einer Trendumkehr verfestigt. Hierzu müssten mindestens die nächsten beiden Monate ebenfalls positiv ausfallen.

Klima in der Immobilienwirtschaft stabilisiert sich

Die Grundstimmung der deutschen Immobilienwirtschaft stabilisiert sich im November 2012 bei deutlich oberhalb der 100-Punkte-Grenze. Diese markiert das Verhältnis von positiver zu negativer Markteinschätzung und signalisiert, dass die befragten Experten mehrheitlich noch immer positiv gestimmt sind, auch wenn diese Stimmung ein halbes Jahr lang von einem Stimmungsschwund geprägt war. Der Grund für die Stabilisierung liegt sowohl in einem steigenden Ertrags- wie auch Investmentklima. Dabei stieg vor allem das Ertragsklima mit 2,3 Prozent spürbar an, nachdem es sich das letzte Mal im Januar positiv entwickelt hatte. Der Beitrag des Investmentklimas war im November ebenfalls positiv (+0,2 %), wenn auch vergleichsweise marginal.

Bürosegment verliert weiter an Stimmung

Das Stimmungsbild innerhalb der Segmente hat sich in der Novemberbefragung kaum verändert. Das Wohnklima entwickelt sich auf sehr hohem Niveau und legt in diesem Monat wieder leicht zu (+0,6 %). Relativ stark gestiegen ist das Handelsklima (+4,2 %), das sich hiermit von dem im Gesamtjahr 2012 stark mit dem Büro korreliertem Verlauf abkoppelt.

Das Büroklima trübt sich weiter ein, wenn auch auf niedrigem Niveau (-0,5 %). Mit nur 92,8 Zählerpunkten ist die Stimmung hier spürbar von zunehmender Skepsis geprägt. Das Industriesegment bewegt sich zwischen dem Büro- und Handelsklima und verzeichnet nach einem deutlichen Stimmungsaufschwung im Oktober wieder ein Minus von 3,4 Prozent. Die Stimmungszeitreihe zeigt sich hier in der langen Betrachtung als relativ volatil.

Immobilienkonjunktur im Minus

Die Immobilienkonjunktur verliert in der Novemberbefragung -1,4 Prozent und steht damit bei 206,1 Punkten. Nachdem im September und Oktober zweimal ein Wachstum zu verzeichnen war, deutet sich somit keine Trendwende an, die ein dritter Anstieg in Folge angezeigt hätte. Damit bleibt eine handfeste Marschrichtung der Immobilienkonjunktur weiter aus.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienkonjunktur

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