Im dritten Quartal 2018 haben die Preise am Wohnungsmarkt noch einmal angezogen. Wie der Empirica-Immobilienpreisindex zeigt, verteuerten sich Eigentumswohnungen besonders deutlich: Etwa in den Top-7-Metropolen gegenüber dem Vorjahresquartal im Durchschnitt noch einmal um stolze 11,9 Prozent. Das sorgt dafür, dass immer mehr Großstädter abwandern und Schwarmstädte meiden. Wie Empirica beobachtet, wachsen Mainz und Bremen mittlerweile schneller als Berlin.

Neu sei, so Empirica, dass die Preisanstiege schon messbar die Flucht der Großstädter ins Umland fördere. Berlin büße nicht nur bei der Wachstumsdynamik gegenüber kleineren Städten wie Mainz und Bremen ein, sondern verliere auch zunehmend Menschen ans Umland. So zog es die Hauptstädter in den vergangenen vier Jahren verstärkt in die Landkreise Havelland, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald.

Die Mietpreise legten Empirica zufolge im dritten Quartal 2018 gegenüber dem zweiten Quartal ebenfalls weiter zu, hinken mit einer jährlichen Wachstumsrate von zuletzt 5,7 Prozent in den A-Städten und 3,6 Prozent in den B-Städten weiterhin den Preissteigerungen der Kaufobjekte hinterher. Diese Divergenz zwischen Miet- und Kaufpreisen hängt an den Niedrigzinsen und einem Mangel an rentableren Anlagealternativen.

Index für Eigentumswohnungen am stärksten gestiegen

Im Durchschnitt aller Baujahre legen die Indices von Miet- und Eigentumswohnungen sowie von Ein- oder Zweifamilienhäusern weiter zu. Der Index für Eigentumswohnungen ist mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal am stärksten angestiegen. Der Index für Ein- und Zweifamilienhäuser hat sich laut Empirica um 2,1 Prozent erhöht. Die Mietpreise stiegen um ein Prozent.

Neubau: Mieten legen nur moderat, aber kontinuierlich zu

Die Indices neu gebauter Wohnungen beziehungsweise Ein- und Zweifamilienhäuser erreichten Empirica zufolge im dritten Quartal ebenfalls neue Höchstwerte: Neue Häuser liegen nun 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorquartals, neue Eigentumswohnungen 1,5 Prozent darüber. Der Zuwachs bei neu gebauten Mietwohnungen fällt mit 0,8 Prozent erneut am geringsten aus.

Der Index inserierter Mieten steigt laut Empirica im Neubau kontinuierlich an. Gegenüber dem zweiten Quartal 2018 sind die Mietpreise in den kreisfreien Städten um ein Prozent gestiegen, in den Landkreisen fällt der Zuwachs mit 0,7 Prozent etwas niedriger aus. Im Jahresvergleich (gegenüber dem dritten Quartal 2017) beträgt der deutschlandweite Anstieg 3,5 Prozent.

Seit Beginn dem ersten Quartal 2004 haben die Neubaumieten deutschlandweit um 31,9 Prozent zugelegt, in den kreisfreien Städten um 40,6 Prozent und um 27,1 Prozent in den Landkreisen.

Die Zusammensetzung des Empirica-Mietpreis-Rankings hat sich im dritten Quartal nicht verändert. Ingolstadt (7) verliert jedoch drei Plätze, Hamburg (10) sogar vier. Dadurch gewinnen Berlin (5), Wiesbaden (8) und Darmstadt (9) einen Platz. Freiburg (5) und Mainz (6) machen zwei Plätze gut. Teuerste Stadt bleibt München (1) vor Frankfurt am Main (2) und Stuttgart (3).

Eigentumswohnungen: München knackt 8.000 Euro-pro-Quadratmeter-Grenze

Der Anstieg der Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen nimmt laut Empirica weiter seinen Lauf. In den kreisfreien Städten liegen die Kaufpreise derzeit 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. In den Landkreisen ist der Anstieg mit plus 0,9 Prozent geringer. Im Jahresvergleich (gegenüber dem dritten Quartal 2017) sind die Preise deutschlandweit somit um acht Prozent gestiegen, in den kreisfreien Städten 9,5 Prozent und um 6,9 Prozent in den Landkreisen.

Seit Beginn der Zeitreihe (erstes Quartal 2004) sind die Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen deutschlandweit um 54,9 Prozent gestiegen, in den kreisfreien Städten um 77,1 Prozent, in den Landkreisen um 42,3 Prozent.

München (1) hat erstmals die 8.000 Euro pro Quadratmeter überschritten, Augsburg ist nicht mehr im Top-10-Ranking vertreten, dafür rückt Hamburg (7) wieder rein. Auch Frankfurt (2), Potsdam (4), Berlin (6) und Regensburg haben Plätze gut gemacht. Stuttgart (3), Erlangen (5) und Freiburg (10) sind dafür zurück gefallen zurück. Mit Ausnahme von Ingolstadt (9) und Freiburg sind die Kaufpreise in allen Top-10-Städten weiter gestiegen, auch in Regensburg (8).

Häuser: Preise legen im Jahresvergleich um die zehn Prozent zu

Die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser sind laut Empirica im dritten Quartal um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. In den kreisfreien Städten fällt der Zuwachs mit 2,3 Prozent etwas stärker aus als in den Landkreisen (plus 2,1 Prozent). Im Jahresvergleich (gegenüber dem dritten Quartal 2017) haben die Preise damit bundesweit um zehn Prozent zugelegt: 10,3 Prozent in den kreisfreien Städten und 9,8 Prozent in den Landkreisen.

Seit Beginn der Zeitreihe im ersten Quartal 2004 sind die inserierten Kaufpreise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser deutschlandweit um 42,4 Prozent gestiegen: In den kreisfreien Städten um 55,6 Prozent und in Landkreisen um 34,6 Prozent.

Landshut (5) und Ingolstadt (7) machen zwei Plätze gut. Heidelberg (9) rutscht dafür vier Plätze ab. Die übrige Rangfolge bleibt unverändert: München (1), Rosenheim (2), Stuttgart (3), Wiesbaden (4), Darmstadt (6) und Düsseldorf (8).

 Lesen Sie auch:

Ostdeutschland: Immobilienpreise ziehen an

"Eher hohe" Blasengefahr in Potsdam, Dresden und Jena