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Spekulative Bürofertigstellungen in den Big 5 ziehen leicht an

Immobilienzyklen und spekulative Bautätigkeit in den Big 5
Bild: Jones Lang LaSalle

In den vergangenen 15 Jahren wurden in den Big 5 (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München) rund 18 Millionen Quadratmeter Bürofläche realisiert. Dabei zieht der Anteil spekulativer Fertigstellungen in diesen Städten wieder leicht an, wie Jones Lang LaSalle ermittelte.

Durch den langen Planungs- und Realisierungszeitraum von Projektentwicklungen reagiert das Flächenangebot dabei zeitverzögert auf Nachfrageänderungen und entfaltet eine prozyklische Wirkung.

"In der Fertigstellungsstatistik werden diese Effekte mit einer Verzögerung von bis zu zwei Jahren relevant", so Helge Scheunemann, Leiter Research Jones Lang LaSalle Deutschland. So war 2002 ein Anstieg des Flächenangebots durch Fertigstellungen von rund 2,3 Millionen Quadratmeter zu beobachten, im Jahr 2007 waren es dagegen nur 570.000 Quadratmeter.

Ungebrochen ist der Fokus auf gute und sehr gute Lagen und Ausstattungsqualität. Allein in München habe sich der Leerstand von erstklassig ausgestatteten Flächen in einer Größenordnung ab 5.000 Quadratmeter in der Innenstadt seit dem Jahr 2010 halbiert, in den Big 5 insgesamt um rund ein Drittel reduziert.

Immobilienzyklen und spekulative Bautätigkeit in den Big 5

Die Knappheit hängt auch mit der geringen Grundstücksverfügbarkeit in den Innenstädten zusammen, die Aktivitäten der Projektentwickler weiten sich dadurch zunehmend auch auf Bestandsimmobilien aus.

In 2012 lagen die Kaufaktivitäten von Projektentwicklern bei Büroimmobilien mit rund 770 Millionen Euro nahezu sechs Mal höher als in 2006 (135 Mio. Euro). Gleichzeitig lag in diesem Zeitraum der Anteil nicht vermieteter, also spekulativer Fertigstellungen mit rund einem Fünftel in den BIG 5 so niedrig wie seit 2001 nicht mehr. "Der leichte Rückgang des Anteils der Leerstandsflächen mit erstklassiger Ausstattungsqualität seit 2010 kann als ein Grund für erhöhte, auch spekulative Bauaktivitäten in den kommenden Jahren gesehen werden", so Scheunemann. Insgesamt wird sich der Anteil wieder erhöhen.

Scheunemann weiter: "Ein Nachfragerückgang bei gleichzeitig stark wachsenden Fertigstellungen mit einer starken prozyklischen Wirkung wie in den Jahren 2001/2002 oder – mit Abstrichen – 2008/2009 erwarten wir allerdings nicht." 2015 könnte durch gleichzeitig leicht steigenden Flächenumsätzen und Fertigstellungen gar eine antizyklische Entwicklung einsetzen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Büroimmobilie

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