Etwa jeder Sechste von 2.000 befragten Deutschen zwischen 19 und 75 Jahren nutzt Smart-Home-Lösungen, von den über 65-Jährigen jeder Elfte. Das sind Ergebnisse einer Umfrage von Researchnow im Auftrag von Deloitte. Skepsis gibt es bei den Daten: 40 Prozent der Befragten würden sie grundsätzlich nicht teilen, 33 Prozent nur mit bestimmten Anbietern. Nur 14 Prozent würden die Nutzungsdaten grundsätzlich teilen.  

Der Überbegriff Smart Home umfasst die Bereiche Türen, Fenster, Rauchmelder oder Alarmsysteme. Selbst Staubsauger oder Lautsprecher können vernetzt sein. Am weitesten verbreitet in deutschen Haushalten sind laut Umfrage vernetzte Schalter und Steckdosen (18 Prozent), während etwa smarte Türschlösser nur vier Prozent und Haushaltsgeräte bislang nur fünf Prozent der Befragten nutzen.

"Von einem Boom zu sprechen, wäre noch verfrüht, aber die Verbreitung von Smart Home-Komponenten nimmt zu", sagt Dr. Gunther Wagner, Director Technology bei Deloitte. Insgesamt seien Akzeptanz und Interesse gestiegen, wenn auch im Hinblick auf sensible Bereiche wie etwa Türschlösser noch Vorbehalte existierten.

Welche Daten sammelt und speichert eine Anwendung?

Beim Kauf smarter Geräte rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu einer Abwägung zwischen Komfort und Funktionalität sowie Sicherheit und Datenschutz. Kritisch sollten Verbraucher beispielsweise sein, wenn personenbezogene Daten von ihnen erhoben werden, obwohl sie für die Funktionalität der Dienste gar nicht nötig sind.

Datenschutzbedenken sind weit verbreitet: 33 Prozent der Befragten, die Smart-Home-Lösungen nicht nutzen, geben mangelnden Datenschutz als Motiv an. Noch häufiger sind nur zu teure Preise als Grund für eine Nichtnutzung angegeben (38 Prozent). Bei einer Studie von Scout24 im Jahr 2016 hatte jeder Vierte Sorge wegen Hackern.

Offene Systeme bevorzugt

57 Prozent der Befragten wollen die vernetzten Geräte fernbedienen können, etwa mit einer App. 71 Prozent legen Wert darauf, dass sie Produkte verschiedener Hersteller vernetzen können. Sie wollen offene und keine geschlossenen Systeme, bei denen sich nur Geräte desselben Herstellers miteinander verknüpfen lassen.

Smart-Home-Geräte sollten aus Sicht des BSI eine verschlüsselte Kommunikation bieten. Außerdem sollten Anbieter Softwareupdates anbieten, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Sinnvoll sei auch ein individuelles Passwort. Wer mit externen Dienstleistern vernetzte Systeme nutzt, sollten sie sich erkundigen, inwiefern die Datensicherheit gewährleistet ist, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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