Beim Angebot von Shopping Centern gibt es deutliche Lücken im digitalen Bereich. Das hat eine repräsentative Befragung von mehr als tausend regelmäßigen Center-Besuchern durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Immobiliendienstleisters JLL ergeben. Unterdessen ist die Assetklasse weiterhin auf Talfahrt: Shopping Center erzielten in den ersten sechs Monaten des Jahres lediglich ein Transaktionsvolumen von 470 Millionen Euro  – so wenig wie noch nie.

Forsa interviewte Menschen per Telefon, die mindestens sechs Mal im Jahr ein Shopping Center nutzen. Demnach zählt für die meisten Kunden das Gesamtkonzept – nur zwölf Prozent fahren wegen eines bestimmten Ladens gezielt in ein Center. Dabei sind Kunden nicht auf ein Center festgelegt, sondern besuchen im Schnitt vier verschiedene innerhalb eines Jahres. Ein entscheidendes Kriterium ist die Nähe: 56 Prozent der Befragen bevorzugen Center, die sie binnen 20 Minuten erreichen können, für 80 Prozent der Befragten liegt die Grenze der Zumutbarkeit bei 30 Minuten.

Im Center angekommen muss sich der Aufenthalt lohnen: Nur ein Bruchteil bleibt weniger als 30 Minuten dort, mehr als ein Drittel hingegen bis zu einer Stunde. Ebenso zählt die Verfügbarkeit vieler Geschäfte an einem Ort. Besucher aus kleineren Orten unter 20.000 Einwohnern bleiben im Schnitt länger als Menschen aus Großstädten.

Lücken im digitalen Bereich

Deutliche Lücken werden im digitalen Bereich identifiziert: So wissen zwei Drittel der Besucher gar nicht, ob ihr Center zum Beispiel eine App anbietet. Wenn es ein derartiges Angebot gibt, trifft es aber kaum auf Zuspruch: Nur zwölf Prozent derjenigen, die wissen, dass eine App existiert, nutzen diese auch. Deutlich mehr würde sie allerdings aufrufen, wenn damit nicht nur Ladenöffnungszeiten und ein Lageplan, sondern auch die Waren einzelner Läden angezeigt und diese zur Abholung im Center reserviert werden könnten.

Snacks und Drinks fehlen

Geschätzt wird in Shopping Centern vor allem das Angebot an Fast Food und Cafés. Ausführliches oder gehobenes Essen ist weniger gefragt. Generell sind die Besucher mit dem gastronomischen Angebot in den Centern zufrieden. Wenn jedoch etwas fehlt, dann ist es meist die Gelegenheit, mit Freunden bei kleinen Snacks etwas trinken zu gehen.

Ebenso Nachholbedarf sieht rund die Hälfte aller Befragten beim Angebot von regionalen Produkten, während Besucher zwischen 30 und 44 Jahren fehlende Kinderbetreuung nennen. Jüngere Befragte zwischen 18 und 29 Jahren fokussieren sich indes auf Freizeitangebote wie Bowlingbahnen.

Investmentmarkt im Tief

Auf dem Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien durchschreiten Shopping Center derweil ein Tief. Nur 470 Millionen Euro Transaktionsvolumen erzielte die Asset-Klasse in den ersten sechs Monaten des Jahre 2018 – so wenig wie noch nie. Die Gründe: Die Asset-Klasse Shopping Center wird insbesondere im Hinblick auf die Mietentwicklung kritischer gesehen als noch vor einem Jahr. Ankäufe werden spürbar genauer geprüft und verzögern die Transaktionsprozesse. Derzeit sind laut JLL Objekte für rund 1,5 Milliarden Euro in der Vermarktung.

Insgesamt gab es im ersten Halbjahr 13 Transaktionen nach 25 zum Vorjahreszeitpunkt. Auch die Zahl der Großtransaktionen im dreistelligen Millionenbereich ging von drei auf eine zurück. Und letztlich sank auch das durchschnittliche Transaktionsvolumen von 51 auf 36 Millionen Euro. Die Spitzenrendite verharrt laut JLL unterdessen bei 3,90 Prozent, da insbesondere Prime-Produkte nach wie vor sehr gefragt sind.

 

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