| Regiodata Research

Shopping-Center-Markt trotzt Online-Konkurrenz

Marstall-Center Ludwigsburg: Die Stadt hat mit die höchste Mall-Dichte in Deutschland
Bild: ECE

Trotz boomender Onlinekonkurrenz zeigt sich der deutsche Shopping-Center-Markt stark: Bis 2017 sollen rund 140 Projekte realisiert und mehr als zwei Millionen Quadratmeter Fläche neu auf den Markt gebracht werden. Zu diesem Ergebnis kommt Regiodata Research.

Nur noch 20 Prozent der geplanten Shopping-Mall-Flächen in Deutschland entstehen auf der sogenannten Grünen Wiese, also am Stadtrand, in Gewerbegebieten oder außerhalb der Städte in der Nähe von unbebauten Agrarflächen. Insgesamt sind aktuell rund 140 Projekte inklusive Erweiterungen von bestehenden Centern mit einer Fläche von knapp über zwei Millionen Quadratmetern in Planung.

Mall-Dichte hält sich in Grenzen

Die Shopping-Mall ist die stationäre Handelsagglomeration Nr. 1: Sowohl in puncto Umsatz als auch in puncto Frequenzen haben sich Einkaufszentren gegenüber Einkaufsstraßen und Kaufhäusern behauptet. Das erklärt auch den starken Verkaufsflächenzuwachs des vergangenen Jahrzehnts. In diesem Zeitraum sind mehr als 30 Prozent aller Shopping-Mall-Flächen entstanden, ein Zuwachs von weiteren 15 Prozent ist in Planung. Im internationalen Bereich erreicht Deutschland eine überschaubare Shopping-Mall-Dichte von zirka 0,14 Quadratmeter pro Einwohner.

Während sich die durchschnittliche Shopping-Mall-Dichte in Grenzen hält, erreichen manche Städte stark überdurchschnittliche Werte – so zum Beispiel Viernheim (1,84 m² pro Einwohner), Neu-Ulm (1,23 m²), Sindelfingen (1,13 m²), Cottbus (1,01 m²), Plauen (0,93 m²), Ludwigsburg (0,88 m²) oder Chemnitz (0,87 m²). Über nur durchschnittliche Werte verfügen hingegen die Großstädte Köln (0,17 m²) oder Düsseldorf
(0,15 m²), während Stuttgart auf sogar nur 0,13 Quadratmeter kommt.

Onlinehandel lässt mittelmäßige Center-Standorte aussterben

Mehr als 65 Prozent der Verkaufsflächen im deutschen Shopping-Mall-Bereich sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten entstanden. Für die Zukunft sind mehr als zwei Millionen Quadratmeter in Planung, wobei mit zirka 100.000 Quadratmetern nur ein Bruchteil als Erweiterung von bestehenden Centern angedacht ist. Der große Rest soll in Form von neuen Objekten entstehen. Wie realistisch ist diese Entwicklung, bedenkt man auch die Konkurrenz aus dem Onlinebereich? "Der boomende Onlinehandel lässt die durchschnittlichen Quadratmeterumsätze deutlich sinken. Und das beschleunigt das Aussterben der schlechten oder auch nur mittelmäßigen Handelsstandorte", so Wolfgang Richter, Geschäftsführer von Regiodata Research. Dass zwischen Plan und Realität oftmals Welten dazwischen liegen, beweisen auch diese Zahlen für Europa: Während in den Spitzenzeiten der 2000er Jahre rund 400 Shopping-Center-Objekte neu auf den Markt geliefert wurden, sind im vergangenen Jahr nur 200 neue Objekte entstanden.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Shopping-Center

Aktuell

Meistgelesen