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Shopping-Center-Deals brechen 2014 um 29 Prozent ein

"Widumer Platz" in Castrop-Rauxel wurde im September 2014 von BCP gekauft
Bild: Haufe Online Redaktion

Im Jahr 2014 wurden insgesamt rund 8,6 Milliarden Euro in Käufe deutscher Handelsimmobilien investiert, wie eine Studie des Immobiliendienstleisters JLL zeigt. Hiervon entfielen Investitionen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro auf Shopping-Center. Das sind rund 29 Prozent weniger als 2013. Für 2015 erwartet JLL wieder vermehrte Käufe deutscher Einkaufszentren.

Das gesamte Retail-Transaktionsvolumen stieg gegenüber 2013 um rund sechs Prozent. Der
gegenüber dem Gesamtmarkt gegenläufige Trend ist JLL zufolge nicht auf eine mangelnde Nachfrage nach Shopping-Centern als Anlageklasse zurückzuführen. Es sei lediglich ein deutlicher Mangel an geeigneten
Investmentprodukten festzustellen.

Auch die Durchschnittsgröße der Transaktionen hat sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr von rund 92 auf 75 Millionen Euro verringert. Dies macht laut JLL deutlich, dass die Investoren aufgrund des Mangels an herausragenden Objekten vermehrt bereit sind, Produkte mit leichten Mängeln und in schwächeren Lagen zu erwerben.

Internationale Investoren sind zurück

Während das Jahr 2013 noch überwiegend von deutschen Investoren geprägt war, stieg der Anteil
ausländischer Käufer 2014 von 38 auf 63 Prozent des Transaktionsvolumens.

Insbesondere bei "Trophy-Immobilien" ist ein weltweites Interesse zu beobachten. Besonders französische Investoren waren 2014 aktiv und standen für fast zwei Drittel des Ankaufsvolumens ausländischer Investoren. Die zweitstärkste ausländische Investorengruppe mit einem Anteil von einem Fünftel stammt laut JLL aus Großbritannien.

Immobilien-AGs erhöhen Shopping Center-Anlagevermögen

Bei der Analyse von Käufern und Verkäufern zeigt sich, dass Immobilien-AGs / REITs die Käuferseite mit einem Volumenanteil von 45 Prozent und einem Investitionsvolumen von über 900 Millionen Euro dominierten. Die Gruppe der Asset / Fonds Manager repräsentierte rund ein Fünftel des gesamten Transaktionsvolumens. Diese Gruppe war auch auf Verkäuferseite aktiv. Mit einem Verkaufsvolumen von knapp 1,5 Milliarden Euro kam sie dort auf einen Anteil von fast drei Vierteln.

Mit einigem Abstand folgten Versicherungen mit rund 14 Prozent. In der Netto-Betrachtung haben die Immobilien-AGs / REITs mit einem Saldo von rund 900 Millionen Euro auf Jahressicht am meisten Immobilienvermögen in Shopping-Centern aufgebaut.

Den größten Nettoabbau vollzog die Gruppe der Asset / Fonds Manager mit einem negativen Saldo von 1,1 Milliarden Euro.

Nachfrageüberhang verursacht weiteren Renditerückgang

Der große Nachfrageüberhang, insbesondere bei Spitzenprodukten und großvolumigen Objekten, hat im
Jahresverlauf 2014 zu einem weiteren Preisanstieg geführt. Die Spitzenrendite für Shopping-Center gab seit
Jahresende 2013 insgesamt um 20 Basispunkte nach. Aktuell werden für Spitzenobjekte mit Core-Qualitäten
Renditen von 4,50 Prozent erzielt.

Für 2015 rechnet JLL mit einem Anstieg des Transaktionsvolumens. Bereits jetzt zeichneten sich einige größere Transaktionen ab, deren Abschlüsse teilweise noch im ersten Quartal erwartet werden. Darüber hinaus würden im ersten Halbjahr mehrere Shopping-Center im dreistelligen Millionenbereich in die Vermarktung gehen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Shopping-Center

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