28.01.2013 | BNPPRE

Run auf deutsche Retail-Top-Lagen hält an

In Luxuslagen sorgen etwa Uhrenhersteller wie Tag Heuer für Nachfrageüberhang
Bild: TAG Heuer

In Deutschland hält der Run auf die Top-Lagen an: Neben nationalen sind auch internationale Retailer weiter auf der Suche nach Ladenlokalen in den Top-Einkaufslagen. Vor allem Luxuslabels expandieren. Das ergibt der Retail Market Report 2013 von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE).

Dabei ist der deutsche Einzelhandelsmarkt vor allem für Konzepte aus dem Ausland attraktiv. "Projektentwickler haben auf diesen Bedarf reagiert und engagieren sich seit einiger Zeit verstärkt im Einzelhandelssegment", sagt Christoph Scharf, Bereichsleiter Retail-Vermietung von BNP Paribas Real Estate. Dabei werden sowohl neue Flächen geschaffen als auch Bestandsflächen qualitativ aufgewertet, um den Ansprüchen der Retailer zu genügen.

Die bereits im Vorjahr dominierenden Konzepte aus dem Luxussegment haben auch im Jahr 2012 das Marktgeschehen geprägt. In der jüngsten Vergangenheit zeichnen sich diese durch besonders umfangreiche Expansionspläne aus und sorgen speziell in den Luxus- und Niveaulagen für einen hohen Nachfrageüberhang.

Maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt waren Uhrenmarken wie Omega (Frankfurt), Tag Heuer (Frankfurt / München) oder Maurice Lacroix (Berlin), aber auch Textilunternehmen wie die Pret-â-Porter-Marke Paule Ka oder die Luxuslabels Moncler und Burberry (alle Frankfurt). Andere Konzepte sind noch auf der Suche nach geeigneten Flächen beziehungsweise bereiten den deutschen Markteintritt vor. Luxuslabels stellen jedoch nicht nur einen sehr großen Anteil der Abschlüsse in den Top-Lagen, sondern nehmen auch eher höhere Mietpreise und "key money" in Kauf.

Geringer Nachfragedruck auf Konsumlagen

Auch für die hochfrequentierten, konsumigen Straßenzüge liegt das Volumen der Flächengesuche auf einem sehr hohen Niveau und übersteigt das Angebot deutlich. Dennoch ist im Vergleich mit den Luxus- und Niveaulagen ein etwas geringerer Nachfragedruck zu verzeichnen.

Die Gründe sind unterschiedlich: Während Telekommunikationsanbieter in den Vorjahren noch einen starken Wachstumskurs verfolgt haben, weisen die Gesuche in dieser Branche aktuell eine rückläufige Tendenz auf. Im größeren Flächensegment herrscht zwar nach wie vor starke Konkurrenz zwischen den großen Textilanbietern, die ihr deutsches Filialnetz verdichten wollen (Primark, TK Maxx oder die japanische Casual-Wear-Marke Uniqlo), allerdings gehen diese bei der Expansion weniger aggressiv vor.

Für kleinere und mittlere Flächen wird eine große Nachfrage von Monolabel-Shops verzeichnet. Marken wie Brax oder Betty Barclay, die zuvor oft nur als klassischer Shop-in-Shop in Kaufhäusern / Warenhäusern oder in Shopping Centern zu finden waren, suchen verstärkt Street-Level-Stores zur Imagepflege und um die Markenbekanntheit voranzutreiben. Damit einhergehend ist verstärkt die Eröffnung von Flagship-Stores, etwa von Hugo Boss, zu beobachten.

Weitere Mietpreissteigerung werden erwartet

Trotz des genannten Trends ist für Shop-in-Shop-Konzepte eine anhaltend gute Nachfrage zu verzeichnen. Gerade für internationale Marken sind integrierte Flächenangebote durch die geringeren Markteintrittsbarrieren interessant. In der Vergangenheit haben dies unter anderem der britische Designer Ted Baker in mehreren Karstadt-Häusern oder das französische Kultlabel The Kooples in der Galeries Lafayette genutzt. Darüber hinaus nutzt das französische DOB-Unternehmen Gérard Darel Konzessionsflächen in Karstadt-Häusern als Test für den Markteintritt in Deutschland.

Mit der hohen Nachfrage, die auch 2012 das Flächenangebot bei Weitem übertraf, wurde der Grundstein für weitere Mietpreissteigerungen gelegt. An nahezu allen sieben Top-Standorten sind die Spitzenmieten weiter gestiegen, durchschnittlich um fünf Prozent. Die stärksten Preisanstiege werden für die Luxuslagen vermeldet. Mit 130 Euro pro Quadratmeter liegt die Spitzenmiete am Kurfürstendamm rund 18 Prozent höher als im Vorjahr. Ebenso kann die Goethestraße in Frankfurt mit +12,5 Prozent auf 270 Euro pro Quadratmeter einen beachtlichen Anstieg vorweisen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Einzelhandelsimmobilie, Retailmarkt

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