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Ruhrgebiet schlägt als Investmentstandort Berlin und Frankfurt

Ruhrgebiet schlägt Berlin und Frankfurt
Bild: Stephan Wengelinski ⁄

Das Ruhrgebiet steht bei Investoren im Schatten. Zu Unrecht, wie eine IPD-Studie im Auftrag der Kölbl Kruse und der RAG Montan Immobilien zeigt: Das Ruhrgebiet findet im Markt für Büroimmobilien Anschluss an die A-Standorte mit einer besseren Performance als Berlin und Frankfurt.

"Bei einigen Marktparametern kann die Region mit den Märkten Köln, Stuttgart und Düsseldorf in eine Kategorie eingeordnet werden und bietet sogar eine bessere Performance als Berlin und Frankfurt“, so Stephan Kölbl und Dr. Marcus Kruse vom Projektentwickler Kölbl Kruse aus Essen.

Das Ruhrgebiet gelte aufgrund seiner zentralen Lage und der hohen Bevölkerungsdichte auch als einer der wichtigsten und attraktivsten Standorte für Logistik in Deutschland. "Mit Europas engmaschigstem Straßennetz, dem größten Eisenbahnkomplex und dem dichtesten Kanal- und Hafensystem des Kontinents kann die Region selbstbewusst im Sektor Logistik in einer Liga mit den anderen großen Wirtschaftsräumen spielen“, ergänzt Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien GmbH aus Essen.

Performance-Bericht Ruhrgebiet

Die Studie der IPD Investment Property Databank untersucht die Performance von Immobilieninvestments im Ruhrgebiet im Kontext des deutschen Gesamtmarktes sowie der wichtigsten Immobilienstandorte. Auf Grundlage von Einzelobjektdaten institutioneller Investoren berechnet IPD die Gesamtperformance (Total Return) verschiedener Regionen und Nutzungsarten. Der Total Return setzt sich aus den Komponenten Netto-Cashflow- und Wertänderungsrendite zusammen.

Im Betrachtungszeitraum 2003-2012 erzielten Investments im Ruhrgebiet mit 3,1 Prozent einen leicht höheren Total Return als Anlagen im gesamten Bundesgebiet (3,0 Prozent) – und dies bei einer geringeren Volatilität im Vergleich zum Gesamtmarkt. Mit Blick auf die einzelnen Nutzungsarten zeichnet sich das Ruhrgebiet durch eine signifikante Outperformance in den Sektoren Büro (70 Basispunkte p.a.) und Logistik (60 Basispunkte p.a.) aus, während für die Sektoren Handel und Wohnen eine unterdurchschnittliche Performance festzustellen ist.

Büromarkt ordnet sich ins Mittelfeld der A-Standorte

Der Büromarkt Ruhr ordnet sich bezüglich seiner Performance ins Mittelfeld der A-Standorte ein. Zwar lag der annualisierte Total Return auf zehn Jahre mit 2,7 Prozent pro Jahr leicht unter den Werten für Hamburg, München oder Düsseldorf, aber deutlich vor den Märkten Berlin und Frankfurt, die mehr als zwei Prozentpunkte schlechter abgeschnitten haben.

Analog zum Gesamtmarkt zeigte sich der Büromarkt Ruhr weniger volatil, gerade in den Jahren der Finanzkrise. Treiber der Performance war in den vergangenen zehn Jahren die Netto-Cashflow-Rendite mit rund fünf Prozent pro Jahr, womit der Durchschnitt für die Top 7-Standorte (4,6 Prozent) spürbar übertroffen wurde. Allerdings waren jährliche Wertverluste von 2,2 Prozent zu tragen, wodurch die Gesamtperformance gedrückt wurde, wenngleich der Vergleich mit den A-Standorten (-2,5 Prozent p.a.) positiv ausfällt.

Positives Bild zeigt die Region Ruhr im Sektor Logistik

Die Performance im Ruhrgebiet unterscheidet sich nicht wesentlich von den übrigen großen Immobilienmärkten: Einem starken Einbruch im Jahr 2009 folgte eine deutliche Erholung, wobei die Region Ruhr auf Sicht von drei Jahren Spitzenplätze erreichte. Die typischen Merkmale von Logistikmärkten zeigen sich auch im Ruhrgebiet. Die Netto-Cashflow-Rendite erreichte mit mehr als sieben Prozent den höchsten Wert aller Nutzungsarten, allerdings verzeichnete der Sektor nicht nur in der Wirtschaftskrise, sondern im gesamten Zeitraum 2008-2012 negative jährliche Wertänderungsrenditen.

Schlagworte zum Thema:  Investment, Rendite, Personalie, Immobiliendienstleister

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