06.12.2012 | BFW

Rezession verunsichert Investoren

Rund 17 Prozent der BFW-Unternehmen rechnen mit Gewinneinbruch
Bild: Haufe Online Redaktion

Seit der BFW Konjunkturumfrage im Frühjahr 2012 haben sich die Geschäftserwartungen der BFW-Unternehmen aufgrund der Euro-Schuldenkrise leicht eingetrübt: 17 Prozent der Befragten stellen sich auf einen Gewinneinbruch ein.

"Trotz der scheinbar günstigen Finanzierungsbedingungen sind viele Investoren von der aktuellen Lage verunsichert und stellen Projekte zurück", sagt Walter Rasch, Präsident des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Angesichts des hohen Verschuldungsniveaus, der gesetzlich verankerten Schuldenbremse und den auf europäischer Ebene übernommenen Garantien werde wohl auch in 2013 der restriktive Kurs der Finanzpolitik beibehalten werden.

Noch im Frühjahr 2012 erwarteten 60 Prozent der BFW-Unternehmen eine gleich bleibende und 31 Prozent eine bessere Geschäftslage für das kommende Jahr. In der aktuellen Konjunkturumfrage wurde die Erwartungshaltung leicht revidiert. Zwar gehen nun 69 Prozent der BFW-Unternehmen von einer gleich bleibenden Geschäftslage aus, die Erwartung gegenüber einer Verbesserung ist hingegen um acht Prozent auf nun 23 Prozent gesunken. Mit einer Verschlechterung rechnen momentan acht Prozent. Nach Arbeitsfeldern betrachtet, gehen jeweils über die Hälfte der Bauträger, Projektentwickler, Verwalter und Makler von einer gleich bleibenden Geschäftslage aus.

Mietsteigerungen in Ballungsgebieten: Wohnen in der Stadt gewinnt an Attraktivität

Angesichts der derzeitigen Schwächephase der deutschen Konjunktur erwarten die Hälfte der Befragten auch für das Jahr 2013 keine Veränderung ihres Unternehmensgewinns. Im Ballungszentrum erwarten 43 Prozent der BFW-Unternehmen Umsatzsteigerungen, während knapp die Hälfte der im Mittelzentrum und im ländlichen Raum Tätigen keine Umsatzveränderungen erwarten.

62 Prozent der BFW-Unternehmen wollen die Mitarbeiterzahl halten, während 26 Prozent mehr Mitarbeiter einstellen und zwölf Prozent der Mitarbeiter freisetzen wollen. Vorwiegend in Ballungsgebieten (61 Prozent) und Mittelzentren (34 Prozent) planen die Unternehmen, ihre Mitarbeiterzahl zu ändern. Dagegen beabsichtigen im ländlichen Raum 87 Prozent der BFW-Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl konstant zu halten; Neueinstellungen sind nicht geplant.

Für das kommende Jahr gehen 81 Prozent der BFW-Unternehmen von steigenden und 19 Prozent von konstanten Mieten im Neubau aus. Im Hinblick auf die Bestandsmieten erwarten 78 Prozent Mieterhöhungen und 22 Prozent konstante Mieten. Lediglich ein Prozent sieht Mietsenkungen für 2013. Hauptursache für die aktuellen Mietsteigerungen ist die erhöhte Wohnungsnachfrage in Großstädten. Das Wohnen in der Stadt hat wieder an Attraktivität gewonnen.

Betreiber von Gewerbeimmobilien stehen angesichts energetischer Anforderungen vor Elefantenaufgabe

Die gedämpften Konjunkturerwartungen und die strategische Umorientierung von wichtigen Kreditgebern schlagen sich auch auf den Gewerbeimmobilienmarkt nieder. So erwarten 19 Prozent der BFW-Unternehmen steigende Leerstandquoten im Gewerbeimmobilienmarkt, nur 13 Prozent rechnen mit sinkendem Leerstand.

Mit diesen Erwartungen korrelieren auch die Erwartungen der BFW-Unternehmen im Hinblick auf die Herausforderungen für den Gewerbeimmobilienmarkt. Als die größten Hürden werden hier Revitalisierung, Quartiersentwicklung und die Erfüllung energetischer Anforderungen genannt. In der Tat stehen diese Herausforderungen alle in Zusammenhang miteinander. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels führen der Wegzug von Familien und Erwerbstätigen in prosperierende Städte zum Verlust der Kaufkraft und damit auch zu erhöhten Leerstandquoten bei Gewerbeimmobilien. Die Quartiersentwicklung ist daher eine Maßnahme zur Erhöhung der Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit von Innenstädten und Geschäftszentren.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienverband

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