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Retailmarkt Deutschland: Luxusflächen sind heiß begehrt

Im Luxussegment gehört die Münchner Maximilianstraße zu den deutschen Top-Adressen
Bild: Kigoo Images

Das Jahr 2013 war für den deutschen Einzelhandelsmarkt ein schwieriges Jahr. Die Nachfrage nach Topflächen, vor allem im Luxussegment, blieb trotz der moderaten Entwicklung der Gesamtwirtschaft weiterhin sehr hoch. Zu diesem Ergebnis kommt der Retailmarkt-Report 2014, den BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) Anfang März veröffentlichen wird.

Im Fokus der Nachfrager stehen vor allem die Big Seven (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart), aber auch Mittelstädte mit guten Einzelhandelsumsätzen und hochwertigen innerstädtischen Lagen sind nach wie vor begehrte Expansionsziele.

Besonders gesucht sind weiterhin Luxuslagen. Dies äußert sich unter anderem darin, dass entsprechende Labels jede Gelegenheit nutzen, ihre Lage in Städten, in denen sie bereits ansässig sind, zu verbessern. Als Beispiel steht der Flächentausch von Prada mit Escada in Hamburg, womit Prada den für sich etwas weniger geeigneten Standort Hohe Bleichen aufgibt und sich die Top-Lage Neuer Wall sichert. Auch Burberry ging diesen Weg und hat sich innerhalb der Hamburger Luxuslage noch besser positioniert.

Darüber hinaus waren aber auch Neueröffnungen in diesem Marktsegment zu beobachten, wozu unter anderem Stone Island gehörte, die auf der Münchener Maximilianstraße angemietet haben oder auch Moncler, die jetzt unter anderem am Hamburger Neuen Wall vertreten sind.

Multichanneling nimmt zu

Das das Internet mittlerweile fester Bestandteil der Einzelhandelslandschaft ist, verfolgen viele Retailer das sogenannte Multichanneling, also eine Kombination aus stationärem Einzelhandel und E-Commerce.

Neben schon bestehenden Stores in deutschen Einzelhandelslagen und Shopping Centern betreiben sie zusätzlich eigene Web-Portale. Ein weiterer Trend ist, dass internationale Fashion Labels deutsche Online Shops nutzen, bevor sie im stationären Handel vertreten sind. Ziel ist es, ihre Produkte zu testen, um einschätzen zu können, in welchen Regionen Zielgruppen sitzen oder welche Altersstruktur sie haben.

Mit anderen Worten: E-Commerce wird den stationären Einzelhandel zwar niemals vollständig ersetzen können, aber als zusätzlicher Vertriebsweg ist er nicht mehr wegzudenken und kann intelligent eingesetzt sogar das Kerngeschäft der Retailer beflügeln.

Shop-Flächen als Marketing-Tool und Markeninszenierung werden wichtiger

Zu beobachten ist auch, dass Shop-Flächen als Marketing-Tool und Markeninszenierung für viele Labels immer wichtiger werden. Als Konsequenz ist ein immer aufwendigerer Ladenausbau mit hochwertiger Flächengestaltung festzustellen. Dadurch steigen die Investitionen bei Neuanmietungen in vielen Fällen tendenziell weiter an.

Hintergrund für diese Entwicklung ist, dass es aus Sicht vieler Retailer immer wichtiger wird, den Kunden durch ein interessantes Ladenbaukonzept ein Einkaufserlebnis zu verschaffen, das parallel zum stärker werdenden Online-Handel seine Existenzberechtigung für die Endverbraucher behält.

Differenzierte Mietentwicklung 2013

Die Spitzenmieten in den deutschen Großstädten, die sich seit vielen Jahren im Aufwind befinden, haben sich 2013 unterschiedlich entwickelt. An den besonders begehrten Top-Standorten konnten Anstiege verzeichnet werden, wogegen in anderen Städten eher eine Stabilisierung und in wenigen Ausnahmen auch ein leichter Rückgang zu beobachten war.

Von den 64 von BNPPRE analysierten Städten waren die Höchstmieten in 31 unverändert, in 28 gestiegen und in fünf leicht gesunken. In den Big-Seven-Städten belief sich der durchschnittliche Mietpreisanstieg auf drei Prozent. Vor allem Berlin (+9 %) und Düsseldorf (+8 %) konnten stärkere Zuwächse verbuchen.

In der längerfristigen Betrachtung wichtiger ist allerdings, dass sich die Spitzenmieten in den absoluten Top-Lagen der deutschen Städte auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fast nie deutlich rückläufig, sondern eher seitwärts entwickeln. Zieht die Konjunktur wieder an, sind auch relativ zügig Mietpreissteigerungen zu erwarten.

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