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Retailmarkt: 65 Prozent der Investoren wollen 2016 zukaufen – am beliebtesten sind Fachmärkte

Für Fachmärkte sehen Investoren Hahn zufolge den geringsten Handlungsbedarf und damit wenig Risiken
Bild: SGBD Deutschland GmbH

Der Anlagedruck ist groß, und Handelsimmobilien sind so begehrt wie nie seit der ersten Expertenbefragung für den Hahn-Retailreport vor sechs Jahren: 65 Prozent der Investoren wollen 2016 tendenziell weitere Handelsimmobilien kaufen (Vorjahr: 55 Prozent). Nur fünf Prozent wollen tendenziell verkaufen (Vorjahr: 30 Prozent). Die beliebteste Assetklasse sind demnach Fachmarktzentren und Fachmärkte, denn Investoren sehen hier nur geringen Handlungsbedarf in Zukunft.

Fachmarktzentren, Fachmärkte, Supermärkte und Discounter waren gemäß Berechnungen von CBRE, der Immobilienberater hat den Report 2016/2017 gemeinsam mit der Hahn Gruppe und GfK GeoMarketing erstellt, bereits in den Jahren 2015 und 2014 die Anlageklasse mit dem höchsten Transaktionsvolumen im Handelsimmobilien-Investmentmarkt.

Relativ geringer Handlungsbedarf bei Fachmarktzentren

Die Präferenz für Fachmarktzentren zeigt sich auch in der aktuellen Expertenbefragung der Hahn Gruppe: Bei Neuinvestments bevorzugen rund 77 Prozent (Vorjahr: 68 Prozent) der Investoren den Kauf von Fachmarktzentren. Eine ähnliche Bevorzugung räumen nur 50 Prozent der Investoren den innerstädtischen Geschäftshäusern ein (Vorjahr: 55 Prozent). Beim Objekttyp Shopping-Center sind es sogar nur 30 Prozent (Vorjahr: 41 Prozent).

Die Beliebtheit der Fachmarktzentren liegt Hahn zufolge unter anderem darin begründet, dass die Investoren hier einen relativ geringen Handlungsbedarf erkennen, wenn es darum geht, die Objekte auf zukünftige Herausforderungen im Wettbewerb mit anderen Objekttypen und dem Online-Handel vorzubereiten. Im Gegensatz dazu wird bei Warenhäusern und Shopping-Centern derzeit der größte Handlungsbedarf vermutet.

Der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel (inklusive Drogerieartikel) hat in den ersten Monaten 2016 laut GfK gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent auf 224,2 Milliarden Euro zugelegt. Das Wachstum im Non-Food Handel fiel mit 1,5 Prozent geringer aus. Der Umsatz lag hier bei 235,5 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet die GfK im Lebensmittel- und Drogeriebereich ein Wachstum von 1,4 Prozent beziehungsweise im Non-Food-Bereich von einem Prozent.

Verkaufsflächen nehmen wieder zu

In der Hahn-Expertenbefragung gaben rund 48 Prozent der Einzelhändler (Vorjahr: 44 Prozent) an, dass sie für das zweite Halbjahr 2016 mit einem Umsatzanstieg gegenüber der Vergleichsperiode rechnen. Rund 32 Prozent sehen stabilen Umsätzen (Vorjahr: 47 Prozent) entgegen und 20 Prozent erwarten rückläufige Umsätze (Vorjahr: neun Prozent). Besonders optimistisch in Bezug auf die Umsatzentwicklung sind die Branchen Lebensmittel sowie Gesundheit und Beauty, die jeweils zu 75 Prozent von steigenden Umsätzen ausgehen.

In den kommenden zwölf Monaten setzt mehr als die Hälfte (55 Prozent) der befragten Vertriebslinien auf eine konstante Flächennachfrage. Eine zunehmende Flächennachfrage geben rund 25 Prozent der Händler an und ähnlich viele Befragte (20 Prozent) verweisen auf eine zurückgehende Nachfrage. Besonders häufig in der Fläche expandieren wollen die Branchen Drogerie (100 Prozent), Gastronomie, Gesundheit / Beauty und Möbel (jeweils 50 Prozent). Weniger expansionsfreundlich sind die Anbieter von Unterhaltungselektronik und Bekleidung. Hier gehen 60 beziehungsweise 31 Prozent von einer rückläufigen Flächennachfrage aus.

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Schlagworte zum Thema:  Retailmarkt, Handelsimmobilien, Fachmarkt

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