19.09.2012 | CBRE

Internationale Retailer setzen zunehmend auf Multichannel-Handel

Der Gesamtumsatz aus Online-Handel soll sich in zwei Jahren verdoppeln
Bild: MEV-Verlag, Germany

Internationale Einzelhändler wollen bis 2014 den stationären Einzelhandel mit Online-Handel ergänzen. Das zeigt eine Studie von CBRE: Die Retailer erwarten durch eine strategische Verknüpfung der Absatz- und Kommunikationskanäle außerdem einen verstärkten Zulauf in den Filialen.

Das bestätigt die aktuelle Studie "The Role of Real Estate in the Multichannel World" des Immobiliendienstleisters CBRE, die heute auf dem World Retail Congress (WRC) in London vorgestellt wird. In der Umfrage wurde die Einschätzung von 50 führenden internationalen Einzelhändlern mit einem Filialnetz von insgesamt mehr als 32.000 Standorten weltweit erfragt.

In den nächsten zwei Jahren sind für den internationalen Einzelhandel zudem Investitionen in neue und bestehende Geschäfte oberste Priorität, wobei die Mehrheit aufgrund ihrer Multichannel-Strategie eine höhere Anzahl von Ladenlokalen sowie größere Ladenflächen benötigen.

Multichannel-Handel ermöglicht dem Kunden, Geschäfte über eine Vielzahl von Kanälen, wie zum Beispiel den Einkauf im Laden, Online über einen Computer und über eine mobile Website oder Apps zu tätigen. Dies verändert in grundlegender Art, wie Kunden einkaufen, hat aber zu Fragen bei öffentlichen Stellen und Planern wie bei Eigentümern und Entwicklern von Handelsimmobilien in Bezug auf den künftigen Flächenbedarf des Handels geführt.

Die Bedeutung von Multichannel im Einzelhandel

Während Investitionen in das Multichannel-System wichtig sind, bleiben Investitionen in neue und bestehende Ladenlokale die oberste Priorität für Einzelhändler. Die Mehrheit der Retailer (70 Prozent) sieht sich heute in erster Linie als Einzelhändler mit traditionell stationärem Handel; in zwei Jahren jedoch wird sich eine fast gleich große Mehrheit (63 Prozent) in voll integrierte Multichannel-Retailer weiterentwickelt haben.

Nach Aussage der befragten Einzelhändler machen Online-Verkäufe heute durchschnittlich fünf Prozent der Gesamtumsätze aus; nach ihrer Schätzung wird sich dieser Anteil in zwei Jahren auf etwa zehn Prozent verdoppeln.

Die meisten Einzelhändler wollen ihr Multichannel-Potenzial innerhalb der nächsten zwei Jahre durch das Angebot von mobilen Apps oder per Smartphone nutzbaren Websites (77 Prozent) sowie mit modernen Terminals in ihren Ladenlokalen (80 Prozent) verbessern.

Die Zukunft des stationären Handels

Innerhalb der nächsten zwei Jahre werden 72 Prozent der Retailer die gleiche oder eine größere Anzahl von Filialen in ihrem heimischen Markt betreiben. 60 Prozent der Händler geben an, dass sie aufgrund ihrer Multichannel-Strategie im gleichen Zeitraum weitere Ladenflächen in ihrem gesamten internationalen Netzwerk benötigen werden.

Der Internet-Einzelhandel wird im Laufe der nächsten zwei Jahre schneller als die Erweiterung von Ladenlokalen wachsen; allerdings ist es erklärtes Ziel, die Reichweite durch beide Kanäle zu vergrößern. Der Internet-Einzelhandel wird vor allem in den Emerging Markets, einschließlich Mittel- und Osteuropa, im asiatisch-pazifischen Raum und im Nahen Osten, eine deutlich größere Rolle als heute spielen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Online-Käufer, Einzelhandel

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