| Bulwiengesa

Total Returns deutscher Immobilien sinken bis 2018 auf sechs Prozent

Bamberg: Einer der "Hidden Champions"
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Gesamtrenditen (Total Returns) für deutsche Immobilienanlagen sinken nach einem Spitzenwert von 12,6 Prozent im Jahr 2013 künftig in allen Segmenten. 2018 werden einer Studie von Bulwiengesa zufolge durchschnittlich nur noch sechs Prozent erwartet. Besonders gut schneiden dabei Wohnimmobilien in mittelgroßen Städten wie Bamberg ab.

Die Risiken für die Stabilität des deutschen Finanzsystems, die sich aus den Nebenwirkungen des Niedrigzinsumfelds und der reichlichen Liquiditätsversorgung durch die großen Notenbanken ergeben könnten, werden durch diese jüngsten Ergebnisse zum German Property Index (GPI) für die jeweiligen Segmente des deutschen Immobilienmarktes also relativiert.

Im vergangenen Jahr hat der nationale Total Return mit einem im Vergleich zum Vorjahr moderaten Anstieg von zwölf auf 12,6 Prozent einen Gipfelpunkt in der seit 1995 laufenden Erhebung erreicht und wird gemäß der aktuellen Projektion im laufenden Jahr an Dynamik verlieren – auf einen Wert von dann 10,3 Prozent.

2013 hat sich für fast alle Segmente des Immobilienmarktes ein Scheitelpunkt im Zyklus der jeweiligen Total Returns herausgebildet. Die durchschnittlichen Gesamtrendite für institutionell gehandelte deutsche Wohnimmobilien erklomm nach 16,2 Prozent (2012) in 2013 einen Höchstwert von 16,7 Prozent; für 2014 ist mit einer Beruhigung des Marktes auf 14,5 Prozent zu rechnen.

Einzelhandelsimmobilien stiegen von 9,7 Prozent (2012) auf 10,6 Prozent (2013), während Logistikimmobilien auf einem hohen Niveau von 10,1 Prozent stagnierten. Einzig Büroimmobilien bestätigten erneut ihren Vorlaufcharakter: Nach dem Höhepunkt im Jahr 2011 (12,2 Prozent) beruhigte sich der Markt in den folgenden zwei Jahren (10,9 Prozent, 10,2 Prozent) und liefert in der Projektion für 2014 einen weiteren Rückgang auf 8,5 Prozent.

Wohnimmobilien zwischen 2014 bis 2018 mit bester Performance

Über den Prognosezeitraum von 2014 bis 2018 werden Wohnimmobilien vor entsprechenden Objekten im Industrie-, Einzelhandels- und Bürosegment die beste Performance vorhergesagt. Die günstigen Finanzierungsbedingungen und die gute Konjunktur trugen und tragen zu weiteren Preissteigerungen bei.

Bezogen auf die Cash Flow Rendite, also die Rendite aus laufenden Mieterträgen, wird das Teilsegment Industrie vor Wohnen, Einzelhandel und Büro in den nächsten fünf Jahren am besten abschneiden. Entsprechend ist auch die Gesamtrendite am Ende des Projektionszeitraumes für deutsche Industrieimmobilien am höchsten. Hier sind aktuell und in den Folgejahren vor allem Logistikimmobilien enthalten. 2018 liegt danach der Total Return für dieses Segment bei 7,7 Prozent.

Mittelgroße Städte schneiden besonders gut ab

Städte, die in der Prognose für die Gesamtrenditen besonders gut abschneiden, sind eher die mittelgroßen deutschen Städte, die bislang noch nicht so starke Entwicklungen zeigten.

Ein entsprechender Nachholeffekt im Wohnungsneubau wird den Analysten von Bulwiengesa zufolge in Bamberg, Ingolstadt und Leipzig erwartet. Bei Büroimmobilien zeigen Koblenz, Regensburg und Potsdam überdurchschnittliche Total Returns, im Logistiksegment stechen Gera, Fulda und Erfurt mit ihrer guten verkehrstechnischen Erreichbarkeit hervor.

Nur im Einzelhandel stehen auch die großen A-Städte in den vorderen Rängen, allen voran Berlin. Abseits der A-Städte signalisieren in den jüngsten Berechnungen von Bulwiengesa die D-Standorte Ravensburg, Ulm und Weimar perspektivisch gute Einstiegsmöglichkeiten für private und institutionelle Marktteilnehmer. Diese "Hidden Champions" schlagen in der Projektion die Total Returns der entsprechenden Standorttypen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Rendite

Aktuell

Meistgelesen