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Rekordhalbjahr auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt

Ibis: Der Budgetbereich verbesserte sich auf einen Anteil von 22 Prozent
Bild: Christoph Weiss/Accor Hotels

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt erreichte dem Immobilienberater Colliers zufolge im ersten Halbjahr 2014 einen Rekordwert: Das Transaktionsvolumen lag mit knapp 1,5 Milliarden Euro auf dem höchsten bislang registrierten Niveau. Laut JLL und CBRE hat sich das investierte Kapital damit im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr mehr als verdoppelt.

Rund 1,4 Milliarden Euro flossen in Hotels mit einem Volumen von mehr als fünf Millionen Euro. Die größten Transaktionen stellten zwei Paketverkäufe dar. Der französische Hotelkonzern Accor sicherte sich vom Verkäufer Moor Park im Rahmen zweier Portfolios 97 bislang von verschiedenen Accor-Marken betriebene europäische Hotels, von denen 67 Objekte in Deutschland lagen. Diese Hotels befanden sich bereits bis 2007 im Eigentum von Accor und gehen nun wieder in den eigenen Immobilienbesitz über.

Im Rahmen eines weiteren europaweiten Portfolios mit 18 Hotels erwarb Apollo Global Management elf deutsche Objekte für den Apollo European Principal Finance Fund II. In Summe entfielen für beide Pakete zusammen rund 770 Millionen Euro auf Deutschland.

Mit rund 58 Prozent (842 Millionen Euro) am Transaktionsvolumen nahm der Anteil der 3- und 4-Sternehotels am Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr etwas ab, während sich vor allem der Budgetbereich mit 324 Millionen Euro auf einen Anteil von 22 Prozent verbesserte. Das 5-Sterne Segment bewegte sich mit 291 Millionen Euro (20 Prozent) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Marktanteil der Top 7-Hotelstandorte Deutschlands – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – festigte sich weiter. Zwei Drittel (970 Millionen Euro) des angelegten Kapitals flossen zwischen Januar und Juni in diese Städte. Die restlichen rund 493 Millionen des Transaktionsvolumens verteilten sich über das Bundesgebiet. Während im Bereich der Top-Standorte durchschnittlich 23,7 Millionen Euro in ein Objekt investiert wurde, kamen die Nebenlagen auf 13,3 Millionen Euro.

Höchste Investmentaktivitäten von Corporates und Eigennutzern

Besonders aktiv waren auf Käuferseite Corporates und Eigennutzer. Diese investierten im ersten Halbjahr etwa 510 Millionen Euro in 77 Hotelobjekte. Private Investoren und Family Offices waren mit zwölf Hotels im Wert von 336 Millionen Euro ebenfalls stark vertreten. An dritter Stelle befanden sich mit einer Investitionssumme von 342 Millionen Euro für elf Objekte Offene Immobilienfonds und Spezialfonds.

Auf Verkäuferseite trennten sich Vermögensverwalter für 467 Millionen Euro, Opportunity und Private Equity Fonds für 459 Millionen Euro sowie private Investoren und Family Offices für 187 Millionen Euro von deutschen Hotels.

JLL: Starkes zweites Quartal sorgt für Aufschwung

Lediglich zirka 193 Millionen Euro in den ersten drei Monaten stehen Hotelinvestments in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro zwischen April und Juni gegenüber. Nach diesen Berechnungen kamen im zweiten Halbjahr rund 1,36 Milliarden Euro Transaktionsvolumen zusammen.

Rund 890 Millionen Euro wurden laut JLL von Januar bis Ende Juni in sechs Portfolios mit zusammen 87 Hotels investiert. Das Volumen von 16 Einzeltransaktionen summierte sich im ersten Halbjahr auf insgesamt rund 470 Millionen Euro, 45 Prozent über dem Vorjahreswert.

CBRE: Ausländische Investoren dominieren den Markt

Ausländische Investoren, vorwiegend aus den USA und Frankreich, waren mit rund 80 Prozent beziehungsweise 1,2 Milliarden Euro maßgeblich am Gesamtvolumen beteiligt, teilt der Immobiliendienstleister CBRE mit. Deutsche Investoren investierten 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und machten nur 20 Prozent der Gesamtinvestments aus. Unter anderem hat die Katara Hospitality, eine Tochter des Staatsfonds Qatar Investment Authority aus dem Emirat Katar, das InterContinental Hotel in Frankfurt im Rahmen einer Portfolio-Transaktion zusammen mit vier weiteren InterContinental Hotels in Europa erworben.

Ausblick: 2014 wird neues Rekordjahr

Die größte Transaktion war der Ankauf des Moor Park Portfolios zu einem Preis von 722 Millionen Euro durch Accor, der auch Betreiber des Immobilienportfolios ist, das aus insgesamt 86 Hotels (11.286 Zimmer) in Deutschland und den Niederlanden besteht. Die zweitgrößte Transaktion war der Verkauf des europäischen SITQ Portfolios (18 Crowne Plaza, Holiday Inn und Holiday Inn Express Hotels) für rund 425 Millionen Euro von der kanadischen Pensionskasse Ivanhoe Cambridge an einen Fonds von Apollo Global Management.

Für das Gesamtjahr prognostiziert CBRE ein Rekordergebnis. Internationale Investoren interessieren sich immer stärker für den deutschen Hotelmarkt, der in den letzten vier Jahren jeweils Übernachtungsrekorde feiern konnte, zumal Deutschland im letzten Jahr mit 411,8 Millionen Übernachtungen eines der beliebtesten Reiseziel in Europa war.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Hotelimmobilie

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