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JLL Victor: Performancewachstum wie zu Zeiten des Immobilienbooms 2007

München bleibt mit einem Performanceplus von 5,5 Prozent (auf 167,2 Punkte) laut JLL die Nummer eins unter den Big 5
Bild: Peter von Bechen ⁄

Entgegen aller Spekulationen um eine Preisobergrenze im Spitzensegment der Top-5-Standorte konnte der Performanceindikator des Victor Prime Office von JLL im zweiten Quartal 2016 mit plus 3,6 Prozent das stärkste Quartalswachstum seit dem ersten Quartal 2007 (Boomphase) verzeichnen. Der Index notiert bei 149,0 Punkten, einem erneuten Hoch.

Das beobachtete Wachstum könne jedoch noch nicht auf die Auswirkungen des Brexit zurückgeführt werden, sagen die Analysten. Vielmehr handle es sich überwiegend um eine Reaktion der Investoren auf die Zinspolitik der EZB. Investoren seien davon überzeugt, dass sich die hohen Preise auch mittelfristig lohnen werden, so JLL.

Insgesamt ist im zweiten Quartal die Büro-Nettoanfangsrendite über alle Big 5 hinweg deutlich gefallen und wirkt damit laut JLL als bestimmender Treiber der Quartalsperformance in den Spitzenlagen. Bei weiterer Angebotsverknappung im Spitzensegment und gleichzeitig hoher Nachfrage werden die Nettoanfangsrenditen weiter sinken, prognostiziert JLL. Zur Jahresmitte war dieser Effekt am stärksten in der bayerischen Landeshauptstadt zu spüren. Gemessen an der prozentualen Veränderung bleibt München mit einem Performanceplus von 5,5 Prozent (auf 167,2 Punkte) laut JLL die Nummer eins. Der Spitzen-Renditewert liegt bei  3,40 Prozent.

Rendite so niedrig wie nie

Noch nie war die Rendite für Spitzenobjekte in erstklassigen Lagen so niedrig, schon gar nicht in München, und noch nie unter den Big 5, sagen die JLL-Analysten. Denn auch die vier anderen Büroimmobilienhochburgen weisen die niedrigsten Spitzenrenditen in der langjährigen Statistik auf. Düsseldorfs Spitzenlagen kommen auf einen Quartalsanstieg von 4,3 Prozent und notieren bei 137,1 Punkten, gefolgt von Berlin mit einem Zuwachs von 3,6 Prozent (auf 148,3 Punkte). Hamburg macht noch einmal einen Renditesprung auf 3,65 Prozent. Vor zwölf Monaten lag sie noch bei 4,30 Prozent. Der Performancezuwachs über das Quartal ist allerdings mit 2,6 Prozent nicht mehr ganz so hoch (auf 161,7 Punkte). In Frankfurt (plus 2,0 Prozent auf 137,1 Punkte) dämpft ein ausbleibender Anstieg der Spitzenmieten und die schwächere Entwicklung der gewichteten Marktmieten laut JLL in diesem oberen Mietpreissegment die Performanceentwicklung.

Rückblick: Der Victor Prime Office im Jahr 2015

2015 waren im Victor Prime Office immer deutlichere regionale Unterschiede zu verzeichnen. Durch einen Performancesprung von plus 4,9 Prozent auf 151,1 Punkten verringerte die Toplage von Hamburg den Abstand zu München (plus 3,6 Prozent auf 158,5 Punkte). Auch Berlin war weiter stark, anders als Frankfurt am Main und Düsseldorf. Insgesamt konnte der Wert mit plus 7,3 Prozent seine Performance aus dem Vorjahr (plus 5,1 Prozent) deutlich toppen. Der Total Return lag Ende 2015 bei plus 11,7 Prozent.

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Schlagworte zum Thema:  Performance, Immobilienmarkt

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