| Bouwfonds-Studie

Refurbishment macht Einzelhandel für die Zukunft wettbewerbsfähig

Renovierung von Shopping-Centern: Für Anleger bieten sich Investitionsmöglichkeiten
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In Deutschland sind 303 Einkaufszentren mit einer Gesamtfläche von 7,2 Millionen Quadratmetern optimierungsbedürftig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Refurbishment-Studie von Bouwfonds Investment Management. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, sind Investitionen in Shopping-Center notwendig und ein Markt der Zukunft.

In Deutschland, den Niederlanden und Frankreich sind fast 50 Prozent aller Einzelhandelsflächen in Shopping-Centern modernisierungsbedürftig und bieten laut Bouwfonds Investment Management (IM) attraktive Investitionsmöglichkeiten für Investoren, wenn solche Objekte professionell optimiert werden. Untersucht wurden 859 Einkaufszentren in den genannten drei Ländern mit einer Fläche von mindestens 5.000 Quadratmetern, die vor dem Jahr 2005 gebaut oder zum letzten Mal modernisiert wurden.

Um sich "gegen den Online-Handel behaupten zu können, müssen sich fast alle klassischen Retailer auf das veränderte Einkaufsverhalten der Kunden einstellen und daher Einzelhändler mit Multi-Channel-Vertriebskonzepten werden. Diese Veränderung müssen auch Investoren beachten“, sagt Jaap Gillis, CEO von Bouwfonds IM.

Die Studie sieht in den reifen europäischen Immobilienmärkten eine Sättigung an Einzelhandelsflächen. In der Modernisierung und Anpassung der bestehenden Einkaufszentren liege die Zukunft. Deshalb müsse "jetzt der Fokus auf dem Refurbishment von bestehenden Einzelhandelsflächen in Shopping-Centern liegen", so Martin Eberhardt, Geschäftsführer und Country Manager von Bouwfonds IM Deutschland.

Basierend auf der Analyse einer Fallstudie in den Niederlanden über die allgemeine Dynamik und Sensibilität des Einzelhandels gegenüber E-Commerce lassen sich zusammenfassend folgende Erkenntnisse zu den einzelnen Typen von Einkaufszentren benennen:

  • Große und sehr große Einkaufszentren sind gegenüber E-Commerce sehr sensibel, da die Mieterstruktur häufig vom Textileinzelhandel dominiert wird. Aber ihre hohe Dynamik wird für einen Ausgleich sorgen und attraktive alternative Mieter anziehen.
  • Mittelgroße und insbesondere kleine Einkaufszentren sind gegenüber E-Commerce wegen ihres Convenience-Charakters nicht sehr sensibel. Sollte es zu Leerstand aufgrund der Online-Konkurrenz kommen, sorgt die allgemein erhöhte Dynamik dieser Zentren dafür, dass neue Mieter gefunden werden.
  • Die Zentren von Großstädten haben oftmals viele Geschäfte in Branchen, die durch den Wettbewerb mit dem Online-Handel gefährdet sind. Jedoch weisen die Standorte eine hohe Dynamik und Flächennachfrage auf und können den Wandel gut kompensieren.
  • Die Zentren kleiner und mittelgroßer Städte werden unter der wachsenden Beliebtheit des E-Commerce aufgrund ihrer allgemein geringeren Dynamik leiden. Das Warenangebot steht oft im direkten Wettbewerb zum Onlinehandel.

Schlagworte zum Thema:  Refurbishment, Einkaufszentrum, Shopping-Center, Immobiliendienstleister

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