Die europäische Immobilienkonjunktur hat Ende 2017 mit einem Euro-Score von 249,8 den Zenit erreicht. Der neu entwickelte Reecox-Index von Bulwiengesa und der Deutschen Hypo weist jedenfalls für das erste Quartal 2018 nur noch einen Euro-Score in Höhe von 241,6 aus. Das entspricht einem Minus von 3,3 Prozent zum Ende 2017. Nur die Niederlande präsentieren sich mit minus 1,7 Prozent noch überdurchschnittlich. Deutschland liegt mit minus 2,6 Prozent im Mittelfeld.

Ein eindeutiger Treiber für den Rückgang sei auf den ersten Blick nicht klar zu identifizieren, teilt die Deutsche Hypo mit. Alle sechs für den Deutsche Hypo Real Estate Economy Index (Reecox) betrachteten Länder ( Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Polen, Spanien, Niederlande) zeigen im Vergleich zum Vormonat und zum Vorquartal eine negative Entwicklung.

Konjunktur stabil auf hohem Niveau

"Wenngleich wir uns nach wie vor auf einem sehr hohen Konjunktur-Niveau bewegen, ist es auffällig, dass sich zum ersten Mal seit Mitte 2016 die Anzeichen einer nachlassenden europäischen Immobilienkonjunktur verdichten", sagt Andreas Schulten, Mitglied des Vorstands der Bulwiengesa AG.

"Sollte sich die Entwicklung auch im zweiten Quartal des Jahres fortsetzen, könnte das auf einen echten Wendepunkt im Zyklus hindeuten", so Schulten.

 

Mit minus 4,2 Prozent fällt sie zwischen Dezember 2017 und März 2018 in Großbritannien am stärksten aus, dicht gefolgt von Frankreich mit minus 3,9 Prozent. Am stabilsten hat sich Polen entwickelt, wo die Immobilienkonjunktur nur um 0,1 Prozent gesunken ist.

Die Negativtendenzen hatten sich in Spanien, Frankreich und Polen bereits gegen Ende des dritten Quartals 2017 gezeigt. Während in Deutschland und Polen der Rückgang bis heute am moderatesten verlief, entwickelten sich Spanien, Großbritannien und Frankreich negativer als der Euro-Score insgesamt. Polen ist dabei gleichzeitig das Land mit der geringsten Immobilienkonjunktur. Frankreich und Großbritannien (212) sind nach Deutschland (306) die Länder mit der höchsten Immobilienkonjunktur.

Deutsche Hypo-Index wird geteilt in "Deutsche Hypo Immobilienklima" und Reecox-Index

"Wir freuen uns, der Immobilienwirtschaft mit dem Reecox einen neuen Index als Trendbarometer und Frühwarnindikator zur Verfügung zu stellen", sagt Sabine Barthauer, Mitglied des Vorstands der Deutschen Hypo.

Der monatlich erscheinende Deutsche Hypo-Index umfasst das auf einer Befragung von mehr als 1.000 Marktteilnehmern fußende Immobilienklima sowie die Immobilienkonjunktur in Deutschland. Während das Immobilienklima in Deutschland jetzt unter dem Namen Deutsche Hypo Immobilienklima weiterhin monatlich veröffentlicht wird, wird die Immobilienkonjunktur ab sofort für sechs Länder erhoben und quartalsweise veröffentlicht.

Die Berechnung erfolgt über fünf Eingangsvariablen. In Deutschland sind dies der DAX, der Dimax, der Economic Sentiment Indicator der Europäischen Kommission für Deutschland, der Basiszinssatz und der Zinssatz für zehnjährige Bundesanleihen. Für die anderen fünf Länder werden jeweils Äquivalente herangezogen.

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