19.01.2015 | PwC/ULI

Berlin attraktivster Immobilienmarkt Europas

Berlin ist unter Investoren derzeit am beliebtesten
Bild: GG-Berlin ⁄

Berlin hat München 2014 von seinem Spitzenplatz als Europas Immobilienmarkt mit den besten Investitionschancen verdrängt. Die bayerische Hauptstadt wurde von vielen Investoren als zu  hochpreisig bewertet und landete nur noch auf Platz elf. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Urban Land Institutes (ULI) und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Auch Frankfurt rutschte ab, von Platz zehn auf Platz 16. Neben Berlin und Hamburg kamen die Aufsteiger Madrid und Athen sowie Dublin unter den Top-5-Standorte. Die Studie basiert auf Interviews mit rund 500 Marktexperten in Europa und wird seit 2006 erstellt.

Laut Jochen Brücken, dem verantwortlichen Partner für den Bereich Real Estate bei PwC Deutschland, wird 2015 unverändert viel weltweites Kapital in Europas Immobilienmarkt fließen. "Das wird die Preise treiben und das Angebot weiter verknappen. Bereits jetzt erachten fast zwei Drittel der Befragten Top-Immobilien als überteuert", so Brücken.

Investoren weichen daher zunehmend in Märkte beziehungsweise Assetklassen aus, mit denen sie bislang noch nicht vertraut sind. Das war bereits in der Studie 2013 ersichtlich. Angesichts des harten Wettbewerbs um Topobjekte zieht es Investoren derzeit vermehrt in die zweite Reihe und in Märkte, die sich gerade von der Krise erholen. So stehen 2015 vor allem jene Städte im Fokus, die während des letzten Abschwungs besonders hart getroffen wurden.

"Die Risikobereitschaft der Investoren nimmt wieder deutlich zu", sagt Jürgen Fenk, ULI Chairman Germany. In den USA ist dieser Trend schon länger zu beobachten. In Europa haben Immobilienanleger zuletzt verstärkt in Irland und Spanien investiert, aber auch in Athen, Amsterdam, Birmingham oder Lissabon. Schlusslichter im Ranking der Investoren waren Wien, Rom und Moskau.

Berlin profitiert vom Anlagedruck der Investoren

Städte wie Berlin (von Platz vier auf Platz eins) oder Madrid profitieren in erster Linie vom Anlagedruck der Investoren, die angesichts niedriger Zinsen über viel Kapital und wenig rentierliche Investmentalternativen verfügen und im Wettbewerb um die besten Objekte seit Monaten in die zweite Reihe ausweichen müssen.

Angesichts des harten Wettbewerbs nannten die Investoren die Angebotsknappheit als das größte Problem im kommenden Jahr noch vor regulatorischen Änderungen und den Finanzierungskosten. 82 Prozent der Investoren glauben, dass der schwierige Zugang zu passenden Objekten moderaten bis spürbaren Einfluss auf ihre Geschäftsmodelle haben wird.

Berlin verfügt nach Ansicht vieler Investoren über exzellente Fundamentaldaten bei nach wie vor günstigem Preisniveau. Neben einheimischen Käufern konkurrieren auch unverändert zahlreiche ausländische Investoren um Investments in Deutschlands Hauptstadt. Davon profitiert auch Hamburg, das zwar von Platz drei im Vorjahr auf Platz vier abrutschte, aber bei ausländischen Investoren weiterhin sehr gefragt ist.

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