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Für Homeday-Geschäftsführer Steffen Wicker sind die Maklerprovisionen in Deutschland viel zu hoch. Sein Unternehmen steuert nun gegen und entlastet Verkäufer und Käufer bei jeder Transaktion um mehrere tausend Euro. Setzt das Startup damit einen Preistrend?

Das Immobilien-Startup Homeday will die Maklerprovisionen sowohl für Verkäufer als auch für Käufer erheblich senken.

"Wir können unsere Leistung zu deutlich besseren Konditionen anbieten, weil wir auf teure Ladengeschäfte verzichten." Steffen Wicker, Mitgründer und Geschäftsführer von Homeday

Zudem habe das 2015 gegründete Unternehmen in Technologie und ein zentrales Expertenteam investiert, um Prozesse zu automatisieren. Für Verkäufer ist der Service von Homeday provisionsfrei, Käufer zahlen nach Angaben des Unternehmens zwischen 3,5 oder 4,75 Prozent.

Homeday-Analyse: Maklergebühren sind zu hoch

Generell hält Wicker die Maklergebühren in Deutschland für zu hoch. Für eine aktuelle Analyse der Käuferprovisionen hat sein Unternehmen die Daten von mehr als drei Millionen Inseraten im Zeitraum von 2014 bis 2018 aus rund 400 Quellen – Immobilienportale, überregionale und regionale Tageszeitungen sowie lokale Anzeigenblätter – ausgewertet.

Demnach zahlen Käufer beispielsweise in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg durchschnittlich 4,02 beziehungsweise 4,40 Prozent Provision. In Sachsen und Sachsen-Anhalt sind es sogar 5,86 bis 6,14 Prozent. Mittlerweile müssen Immobilienkäufer in der Praxis die Kosten für den Makler vollständig übernehmen.

Maklerbranche im Umbruch

Homeday zählt sich zu einer Reihe von Immobilien-Startups, die das Potenzial haben könnten, die Maklerbranche nachhaltig zu verändern.

In einem ähnlichen Segment bewegen sich auch die PropTechs Realbest, Maklaro und McMakler. Realbest ist nach eigenen Angaben Deutschlands erste Online-Verkaufsplattform für Wohnimmobilien. Das Berliner Unternehmen wurde 2013 von Mathias Baumeister und Axel Winckler gegründet und beschäftigt mittlerweile 50 Mitarbeiter. Etwa bei Maklaro werden Immobilien in einem Online-Bieterverfahren verkauft, was dem Kunden im Durchschnitt 25 Prozent höhere Verkaufspreise ermöglichen soll. McMakler versteht sich als Antwort auf das eingeführte Bestellerprinzip in der Vermietung.

Die standardisierten und automatisierten Prozesse der PropTechs können Zeit und Kosten sparen, gehen aber teilweise zulasten der Individualität in der Beratung. Je nach Unternehmensausrichtung werden kleinere, lokal agierende Maklerunternehmen eingebunden, möglicherweise aber auch in ihrem Bestand gefährdet. 

Die Frage ist nun, ob der Vorstoß von Homeday zu einer Welle von Preissenkungen in der Branche führt.

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Schlagworte zum Thema:  Maklerprovision, Makler, Startup