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Projektentwickler profitieren von der hohen Nachfrage nach modernem Wohnraum

Hochtief gehört derzeit zu den aktivsten Projektentwicklern in Deutschland
Bild: HOCHTIEF/Kleber

Vor allem im Wohnsegment in deutschen A-Städten ist ein signifikanter Nachfrageanstieg zu beobachten. Da der hohen Nachfrage kein ausreichendes Angebot gegenübersteht, profitieren von dieser Entwicklung auch die Projektentwickler, wie eine aktuelle Studie von BulwienGesa zeigt.

Bereits zum sechsten Mal hat BulwienGesa den Markt für Projektentwicklungen in deutschen A-Städten untersucht. Unter die Lupe genommen wurden Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Dabei zeigt sich, dass sich der Markt wie die deutsche Immobilienwirtschaft insgesamt eher unbeeindruckt gibt von den Rahmenbedingungen im übrigen Europa. Insbesondere im Wohnsegment wachsen die Märkte. Auch im Büroimmobilien-Bereich sind Zuwächse zu verzeichnen, jedoch deutlich weniger dynamisch.

Aufgrund der hohen Nachfrage vor allem im Wohnsegment, finden Projektentwickler derzeit günstige Bedingungen vor. Im gewerblichen Segment werden Projekte zum Teil auch wieder spekulativ realisiert. Das ist jedoch weiter die Ausnahme und betrifft nur sehr eigenkapitalstarke Projektentwickler. Insgesamt befindet sich der gewerbliche Immobilienbereich nach wie vor in einer eher angespannten Lage, auch aufgrund fehlenden Fremdkapitals.

Aktivste Projektentwickler 2011: Hochtief und CA Immo

Das Gesamtvolumen betrug in den untersuchten Top-Städten 22,53 Millionen Quadratmeter. Das sind rund 462.000 Quadratmeter mehr als noch im Jahr zuvor. Davon sind 9,21 Millionen Quadratmeter bereits fertiggestellt (+77 Tsd. qm), 5,46 Millionen Quadratmeter befinden sich im Bau (+805 Tsd. qm) und 7,86 Millionen Quadratmeter sind geplant (-420 Tsd. qm). In die Studie einbezogen wurden Objekte, die zwischen 2009 und 2011 fertiggestellt wurden, sich Ende 2011 noch im Bau befanden oder deren Planung die Fertigstellung bis 2016 vorsieht.

Aktivste Projektentwickler waren dabei Hochtief (689 Tsd. qm) und CA Immo (452 Tsd. qm). Führende Stadt ist Berlin (5,3 Mio. qm +10,4 %) vor Hamburg (4,3 Mio. qm +5,0 %) und Frankfurt am Main (3,6 Mio. qm +2,5 %).

Deutliche Rückgänge im Hotelsegment

Das Wohnsegment weist wie im Vorjahr den höchsten Flächenanteil auf und legte erneut um 15,8 Prozent zu. Büro- (-2,7 %) und Einzelhandelsflächen (-4,3 %) sind erneut rückläufig. Die Rückgange fallen jedoch moderater aus als noch im Vorjahr. Deutliche Rückgänge verzeichnen das Hotelsegment mit -21 Prozent und die sonstigen Flächen (-27,7 %). Flächen im Bau und in Planung konzentrieren sich auf Wohn- und Büroprojekte.

Das geldwerte Projektvolumen liegt bei 83,3 Milliarden Euro (+7,2 Mrd. zum Vorjahr). Der Zuwachs ist begründet durch das gestiegene Projektvolumen und höhere Ansätze für Mieten und Vervielfacher im Büro- und Wohnsegment. Hamburg erreicht mit 17,5 Milliarden Euro das höchste Projektvolumen
und das höchste Wachstum mit 2,9 Milliarden Euro. Es folgen München, Berlin und Frankfurt.

Regional ausgerichtete Akteure verzeichnen höchste Zuwächse

Der steigende Anteil von Wohnprojekten wirkt sich nachhaltig auf die Struktur der Entwickler aus: Regional ausgerichtete Akteure sind weiterhin die aktivste Gruppe (48,3 %) bezüglich der Flächenvolumina und verzeichnen weitere Zuwächse (+4,4 %). Überregionale Akteure und internationale Projektentwickler haben annähernd stabile Anteile von 30,5 Prozent beziehungsweise 17,6 Prozent am Gesamtvolumen.

Dabei weist Berlin den höchsten Anteil am Gesamtvolumen auf: Mit 5,3 Millionen Quadratmetern Projektvolumen hat die Hauptstadt sich im untersuchten Zeitraum um 499.000 Quadratmeter gesteigert. Düsseldorf verzeichnet ein Projektvolumen von 2,0 Millionen Quadratmetern (+78 Tsd. qm), Frankfurt am Main 3,6 Millionen Quadratmeter (+88 Tsd. qm), Hamburg 4,3 Millionen Quadratmeter (+204 Tsd. qm), Köln 2,4 Millionen Quadratmeter, München 3,6 Millionen Quadratmeter (-355 Tsd. qm) und Stuttgart 1,3 Millionen Quadratmeter (-58 Tsd. qm).

Schlagworte zum Thema:  Projektentwicklung

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