08.06.2016 | Catella

Europäischer Einzelhandel: Konsolidierung bis 2030 - Flächenrückgang um zehn Prozent

Fachmarktzentren und Discounter an nicht integrierten Lagen werden eine erhebliche Verringerung der Gesamtfläche erfahren
Bild: Haufe Online Redaktion

Rund 590 Millionen Quadratmeter Einzelhandelsfläche sind in der EU aktuell vorhanden. Innovationen im Bereich Digitalisierung verändern den Alltag kontinuierlich. Das wirkt sich auf die Konsumpräferenzen aus. Eine Frage ist: Wie viele Einzelhandelsflächen brauchen wir künftig noch? Catella Research prognostiziert einen Flächenrückgang von zirka zehn Prozent. Die Definition des Einkaufens wird sich bis 2030 stark verändern.

Kundenorientierung, Transparenz, Festivalisierung und "Shoppen im Vorrübergehen" werden die zukünftigen Schwerpunktthemen darstellen, wie die Catella Analysten im Market Tracker Juni 2016 schreiben.

"Digitalisierung und demographischer Wandel werden zu veränderten Nachfragemustern und zu einer Reduktion der Ladenflächen führen", sagt Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella. Strukturänderungen verändern die Standortanforderungen der Einzelhändler, was wiederum den Standortwettbewerb verstärkt.

Dabei bieten etwa Augmented Reality (AR)-Technologien die Chance, die Fußgängerzonen der Innenstädte "zu einer großen Kommunikations- und damit Verkaufsfläche umzuformen und so die Kunden individuell anzusprechen", so Beyerle.

Flächenrückgang: Pop-Up Stores und Lebensmittel-Vollsortimenter werden expandieren

Hochentwickelte Märkte mit einer hohen Ausstattung an Verkaufsflächen pro Kopf bei relativ geringer Flächenproduktivität, wie etwa Deutschland mit 1,46 Quadratmeter, die Niederlande mit 1,62 Quadratmeter oder Österreich mit 1,74 Quadratmeter, bergen ein relativ hohes Risiko für Schrumpfungsprozesse. Catella prognostiziert, dass in Europa im Jahr 2030 noch 510 bis 550 Millionen Quadratmeter Einzelhandelsflächen vorhanden sind - eine Reduktion von rund zehn Prozent.

Besonders Fachmarktzentren und Discounter an nicht integrierten Lagen werden eine erhebliche Verringerung der Gesamtfläche erfahren. Pop-Up Stores und Lebensmittel-Vollsortimenter werden möglicherweise expandieren können. In jedem Fall werden ländliche Räume zunehmend unter Druck geraten, während Zentren ihre grundlegende Funktion behalten werden. Ihre Ausprägung wird sich jedoch vom Marktplatz hin zum Kristallisationspunkt des Urbanen, mit Shopping als Teilaspekt, wandeln.

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