| Analyse

Preise für Wohneigentum steigen weiter an

Wo Preisobergrenzen bereits überschritten sind, werden nur noch schwer Käufer gefunden
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Angebotspreise für Wohnungen und Häuser ziehen auch im Mai weiter an: Verglichen mit April 2012 um 0,7 Prozent im Mai. Zu diesem Ergebnis kommt aktuelle Angebotspreisindex IMX von ImmobilienScout24.

Die Treiber des Preiswachstums sind laut Ermittlungen von ImmobilienScout24: Billiges Baugeld, ein deutlicher Nachfrageüberhang und täglich neue Schreckensnachrichten von der Euro-Front. Das dieses Preiswachstum die
Stabilität des deutschen Marktes gefährdet, davon geht das Unternehmen nach seinen Recherchen nicht aus.

Die Preise seien jahrelang einer Seitwärtsbewegung gefolgt, der jetzige Anstieg belebe den Markt, so Michael Kiefer, Leiter Immobilienbewertung bei ImmobilienScout24. Allerdings gebe es Regionen, in denen sich die Preise von den
Fundamentaldaten immer mehr abkoppeln. Betroffen seien einige Mittelstädte.

Preise steigen schneller als Mieten
Gefahr drohe dann, wenn das Preiswachstum auf ein loses Fundament gründet. Ein Indiz hierfür ist, wenn die Preise stärker steigen als die Mieten. Dies beobachtet Kiefer seit Monaten in den meisten Wohnungsmärkten der deutschen Metropolen. "Zusätzlich muss jedoch unbedingt das Verhältnis Angebot und Nachfrage betrachtet werden", sagt Kiefer. "Und hier beobachten wir in den deutschen Metropolen einen deutlichen Nachfrageüberhang."

Dabei gebe es einzelne Lagen, deren Preisobergrenzen bereits überschritten seien. "Hier werden Objekte angeboten, zu deren exorbitantem Preis sich nur wenige Käufer finden lassen", sagt Kiefer. "Käufer, die hier kaufen, müssen bei einem Stimmungsumschwung mit Verlusten rechnen. Eine ausgewiesene Immobilienblase ist dies aber sicherlich noch nicht."

Schlagworte zum Thema:  Kauf, Eigentumswohnung, Haus

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