08.10.2012 | DG Hyp

Positive Mietentwicklung an Top-Standorten setzt sich fort

Beispiel Kaufinger Tor: Einzelhandelsmieten in sehr guten Lagen ziehen erneut um rund zwei Prozent an
Bild: Kaufingertor

Die aktuelle Marktstudie der DG HYP „Immobilienmarkt Deutschland 2012/2013“ hat ergeben, dass die Spitzenmieten in den Segmenten Handel, Büro und Wohnen in den sieben deutschen Wirtschaftszentren weiterhin steigen. Unverändert gut entwickelt sich wegen Produktmangels der Wohnungsmarkt.

Handelsimmobilien in Top-Lagen profitieren vom zunehmenden Konsum, sodass die Nachfrage nach erstklassigen Verkaufsflächen anhaltend groß ist. Entsprechend ist von einer weiter anziehenden Spitzenmiete in diesem Jahr mit leicht nachlassender Dynamik in 2013 auszugehen. Aufgrund der zurückgegangenen Neubauaktivitäten auf dem Büroimmobilienmarkt und einer wieder gestiegenen Nachfrage dürften die Spitzenmieten 2012 weiter zunehmen.

Handelsmieten profitieren von Konsumfreude

Die Verkaufsfläche der in der Studie betrachteten Einzelhandelsstandorte wird in hohem Maße von der Einwohnerzahl der Städte bestimmt. Bei der relativen Marktgröße fällt lediglich Frankfurt mit mehr als zwei Quadratmetern Fläche je Einwohner aus dem Rahmen. Die anderen sechs Top-Standorte liegen mit einer Pro-Kopf-Verkaufsfläche von 1,4 bis 1,8 Quadratmetern dicht beieinander.

Verhältnismäßig groß sind die Unterschiede beim Anteil der innerstädtischen Verkaufsflächen am gesamten Flächenbestand des jeweiligen Einzelhandelsmarktes. Hier reicht die Spanne von elf Prozent in Berlin bis zu 37 Prozent in Stuttgart. Bedingt durch die gute Beschäftigungssituation und die damit verbundenen steigenden Einkommen hält die Konsumfreude der Deutschen an. Davon profitieren insbesondere die innerstädtischen Einkaufsmeilen. In diesem Jahr dürfte die Einzelhandelsmiete in sehr guten Lagen erneut um etwas über zwei Prozent anziehen.

Steigende Büromieten durch niedriges Fertigstellungsniveau

Die sieben Top-Standorte verfügen zusammen über rund 78 Millionen Quadratmeter Bürofläche. Dies entspricht etwa einem Viertel des gesamten Büroflächenbestands in Deutschland. Die Bandbreite reicht von sieben Millionen Quadratmetern in Stuttgart bis hin zu rund 17 Millionen Quadratmetern in Berlin. Im laufenden Jahr hat sich die gute Mietentwicklung von 2011 weiter fortgesetzt. Dank der hohen Nachfrage hat die Spitzenmiete wieder nahezu das Niveau von 2008 erreicht.

Die lebhafte Nachfrage nach Büroflächen ist auf die anhaltend günstige Beschäftigungslage zurückzuführen. Gleichwohl bleibt das Leerstandsniveau hoch, da ein nennenswerter Anteil der Bürogebäude nicht mehr den Marktanforderungen entspricht. Durch das relativ niedrige Fertigstellungsniveau – die Flächen sind zudem häufig vorvermietet – bei weiterhin guter Nachfrage ist für das Gesamtjahr mit einem Anstieg der Spitzenmiete von knapp unter drei Prozent zu rechnen. 2013 dürfte die abgeschwächte Konjunktur die Büronachfrage dämpfen, sodass die Spitzenmiete um rund einem Prozent zunehmen dürfte.

Wohnen: Mieten in Top-Lagen auf hohem Niveau

An den sieben Top-Standorten weisen die Wohnungsmieten in den vergangenen Jahren teilweise zweistellige jährliche Wachstumsraten auf. Besonders ausgeprägt ist der Mietanstieg in Hamburg. Gleichwohl kennzeichnet diese Entwicklung nur eine relativ kurze Zeitspanne von fünf Jahren. Die Bandbreite der Spitzenmiete reichte bereits vor 20 Jahren von zwölf bis 17 Euro je Quadratmeter.

Für das laufende Jahr ist von weiter steigenden Mieten um knapp vier Prozent auszugehen und in 2013 von etwa drei Prozent. Ursächlich für die nachlassende Dynamik ist unter anderem die erreichte Miethöhe. Durch das hohe Niveau in Verbindung mit gestiegenen Nebenkosten dürfte die Zahl der Haushalte, die diese Wohnungskosten aufbringen kann, abnehmen. Zudem haben die Neubauaktivitäten in den Großstädten angezogen, sodass sich das Wohnungsangebot sukzessive verbessern wird.

Schlagworte zum Thema:  Mietpreis, Immobilienpreis, Handelsimmobilien, Wohnimmobilien, Büroimmobilie

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