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Positive Aussichten für Dublins Gewerbeimmobilienmarkt

Zentrum des Cloud-Computings: Facebook und Ebay haben ihre Europazentren in Dublin
Bild: Tobias Kommeter/pixelio.de

Welche Büromärkte jenseits des Mainstreams sind in der Zukunft interessant? In seinem Thesenpapier zur Entwicklung der europäischen Gewerbeimmobilienmärkte 2013 äußert Martin Lemke, Geschäftsführer der Patrizia Gewerbeinvest KAG, warum etwa Dublin gute Perspektiven bietet.

Die Patrizia-Studie zum europäischen Büroimmobilienmarkt zeigt, dass sich die Bürobeschäftigung 2012 vielerorts positiv entwickelt hat. Ein Blick auf die Spanne der Kapitalwerte deutet jedoch auch darauf hin, dass das Ende der Fahnenstange in punkto Wertzuwachs vielerorts erreicht ist.

Jenseits des Mainstreams bieten sich bessere Möglichkeiten. Zum Beispiel in Irland, das als europäisches Zentrum des Cloud-Computing gilt: Unter anderem haben Facebook und Ebay ihre Europazentren in Dublin. Gerade hier bietet der Dienstleistungssektor hohes Wachstumspotenzial. "Die Nachfrage nach Büroflächen und steigende Immobilienwerte sind absehbar", so Lemke.

Langfristig werde auch der tschechische Büroimmobilienmarkt von einer steigenden Bürobeschäftigung profitieren. Dort sind es vor allem die Sektoren Zukunftstechnologie sowie Forschung und Entwicklung, die dank Steuernachlässen für neue Impulse sorgen.

Das europäische Spitzenfeld wird kleiner, aber es gibt auch Hoffnungsträger

Abgesehen von den Krisenländern Südeuropas sind auch im westeuropäischen Spitzenfeld bemerkenswerte Unterschiede zu erkennen: Abstriche zur Prime-Group sieht Lemke etwa für UK, Frankreich, Belgien und Finnland. Auch wenn diese Staaten weiter über ein solides wirtschaftliches Fundament verfügen und zu den "Investmentgrade"- Ländern gehören, sind strukturelle Defizite erkennbar.

Auf dem Weg nach oben befinden sich neben Polen Irland und Estland sowie möglicherweise Tschechien. Die drei osteuropäischen Länder haben in der Wirtschafts- und Finanzkrise gegenüber anderen Ländern aufgeholt. Estland und Irland haben nach Jahren defizitärer Leistungsbilanzen als einzige Staaten den Wechsel von Importüberschüssen zu Exportüberschüssen geschafft. Auch wenn Irland weiter mit einer hohen Staatsverschuldung und der Rezession im Bausektor zu kämpfen hat, sind die Weichen für künftiges Wachstum gestellt.

Spanien ist das südeuropäische Land mit den besten Perspektiven

Es scheint, als ob die südeuropäischen Länder Spanien, Italien und Portugal und Ungarn allen Vorurteilen gerecht werden und eine Rückkehr zu Wachstumsraten auf Vorkrisen-Niveau kaum möglich ist. Richtig ist, dass der Aufholprozess hier länger dauern wird, weil die Strukturschwächen größer und gravierender sind als anderswo.

Gleichwohl zeigt Spanien im Gruppenvergleich Südeuropa die hoffnungsvollsten Ansätze, da es das einzige europäisches Land ist, in dem die Produktivitätsfortschritte in den vergangenen vier Jahren höher waren als zwischen 2000 und 2007. Die Innovationsleistung der Spanier hat sich ebenfalls leicht verbessert und das Haushaltsdefizit von 80 Prozent ist nicht höher als in Deutschland. Spanien bringt damit trotz der aktuell desolaten Situation einige wesentliche Voraussetzungen für eine Rückkehr auf den Wachstumspfad mit.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Gewerbeimmobilien

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