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Polarisierung auf den europäischen Immobilienmärkten

Innerhalb Europas gilt Deutschland als einer der sichersten "Anlage-Häfen"
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Eurokrise hat größere Vorsicht bei Immobilieninvestoren bewirkt, was zu einer eingeschränkten Aktivität auf den zunehmend polarisierten Märkten in Europa führt, wie CBRE mitteilt. Im Fokus: Größere Kernmärkte, die als "sichere Häfen" - etwa Deutschland - angesehen werden.

Die anhaltende wirtschaftliche Belastung und Divergenz in der Eurozone sind auch 2012 die wichtigsten Triebfedern für den Verlauf des Immobilienmarktes in Europa. Die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach großvolumigen Core-Immobilien in Deutschland vor allem im Büro- und Einzelhandelssektor seitens internationaler Investoren, kann aufgrund des fehlenden Produktangebots fast gar nicht bedient werden.

Deutschland steht gerade bei den global agierenden Immobilieninvestoren weiterhin ganz oben auf der Einkaufsliste. Die Märkte hierzulande gelten auch in Krisenzeiten als äußerst stabil: Die Leerstände werden sukzessive abgebaut und die Mieten werden mittelfristig aufgrund einer sehr geringen Neubauaktivität und der großen Nachfrage nach modernen Gewerbeflächen weiter steigen.

Allerdings fehlt im Core-Segment das entsprechende Produkt, das es den Investoren vor allem aus Nordamerika, dem Mittleren Osten und Asien ermöglicht, ihre Deutschland-Portfolios aufzubauen. Dennoch geht CBRE davon aus, dass im Schlussquartal 2012 noch einige spektakuläre Transaktionen in Deutschland kommen werden.

Die wichtigsten europäischen Markttrends

  • Die Nutzernachfrage wurde in vielen Märkten durch Unsicherheiten und schwächere Volkswirtschaften beeinträchtigt
  • Die Büromieten sind zum Stillstand gekommen oder verringern sich. In Märkten wie London und Paris, wo die Erholung der Mieten ihren Anfang genommen hatte, ist die Dynamik im vergangenen Jahr verloren gegangen. In Büromärkten, wo keine Erholung eingesetzt hat, wie beispielsweise in Madrid, stehen die Mieten unter einem Abwärtsdruck
  • Die Nachfrage von Einzelhändlern konzentriert sich stark auf erstklassige Standorte in Stadtzentren und dominierende Shopping-Center
  • Die Projektentwicklungsaktivität ist auf den meisten Märkten aufgrund geringer zur Verfügung stehender Finanzierungen gedrosselt
  • Die Investorenaktivität konzentriert sich weiterhin stark auf Core-Immobilien in Kernmärkten
  • Non Core-Immobilien werden von Investoren gemieden. Das Renditegefälle zwischen Core- und Non Core-Immobilien klafft weiter auseinander
  • Die Investitionstätigkeit auf den europäischen Märkten hat sich im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2012 mit einem Rückgang des Gesamtvolumens um 22 Prozent gegenüber dem vorherigen Halbjahr abgeschwächt
  • Die Investmentaktivität hat sich etwas in Richtung Nicht-Euro-Märkte verschoben. Davon haben Großbritannien und die skandinavischen Märkte profitiert, wo geringere Rückgänge bei den Aktivitäten als in Europa insgesamt zu verzeichnen sind. Die skandinavischen Märkte erhöhten ihren Anteil am europäischen Investmentmarkt von 14 Prozent im Jahr 2011 auf 18 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2012
  • Die Größe und Liquidität des Londoner Marktes übt weiterhin eine starke Anziehungskraft auf internationale Investoren aus. In der ersten Jahreshälfte 2012 entfielen 20 Prozent der europäischen Investments auf London und fast die Hälfte des weltweiten Kapitalflusses in europäische Märkte von außerhalb der Region floss dorthin
  • Die südeuropäischen Märkte sind besonders schwach. Der Anteil der fünf Euro-Peripheriemärkte (Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Irland) am Gesamtumsatz fiel im Vergleich zu 2008/2009 mit 13 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2012 um 4,9 Prozent
  • Die Investitionstätigkeit ist im ersten Halbjahr 2012 auf den mittel- und osteuropäischen Märkten stark geschrumpft und im Vergleich zu den vorangegangenen sechs Monaten um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit hat sich verengt und konzentriert sich auf Polen und die Tschechische Republik
  • Die Spitzenrenditen bleiben auf den stärkeren Märkten relativ stabil. Die Schwächen zeigen sich z.B. in Südeuropa, in den Niederlanden und in Großbritannien. Auf Branchenebene liefert der Einzelhandel in den erstklassigen Innenstadtlagen die stabilsten Ergebnisse, während erstklassige Kapitalwerte im Büro- und Gewerbebereich in Bezug auf jährliche Veränderungen auf europäischer Ebene in einen Negativbereich abgerutscht sind

Schlagworte zum Thema:  Investor, Immobilienmarkt, Europa

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