Bei Pflegeimmobilien müssen Investoren laut Terranus genau hinschauen – sie sind nur innerhalb kleiner Grenzen rentabel Bild: Corpus Sireo

Nicht nur Wohnimmobilien, auch Pflegeimmobilien werden immer teurer. Und auch hier ist dem Beratungshaus Terranus zufolge das knappe Angebot verantwortlich, das die hohe Nachfrage nicht mehr befriedigen kann. Die Zahl der Pflegeeinrichtungen am Markt habe sich drastisch verringert, weil die verschärften gesetzlichen Anforderungen Investitionen unattraktiv machten. So liegt der Anteil der investmentfähigen Immobilien laut Terranus nur bei 30 Prozent.

Von 13.600 stationären Pflegeheimen in Deutschland werden Terranus zufolge nur 40 Prozent im Investorenmodell betrieben. In 60 Prozent der Fälle ist der Eigentümer gleichzeitig auch Betreiber, wodurch die Häuser nicht für Investoren verfügbar sind.

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Die rund 5.500 Pflegeheime, die im Investorenmodell betrieben werden, müssen laut Terranus strenge rechtliche Anforderungen erfüllen:

  • Grundvoraussetzung ist etwa ein klar abgegrenztes Grundstück, das rechtlich übertragen werden kann.
  • Die Häuser müssen die Kriterien für ein nachhaltiges Investment erfüllen. Hier gelten zunächst die baulichen Vorgaben der einzelnen Bundesländer.
  • Bundesweite Mindestvoraussetzung ist eine Maximalgröße von 80 Bewohnern, ausschließlich Einbettzimmer mit je einem individuellen Bewohnerbad, ein Pflegebad auf jeder Etage sowie eine rollstuhlgerechte Gestaltung nach DIN 18040 R.
  • Die Restlaufzeit des Miet- oder Pachtvertrags mit dem Betreiber muss mindestens noch zehn Jahre betragen.

Aktuell erfüllen laut Terranus nur 30 Prozent der bestehenden Pflegeheime in Deutschland diese Kriterien. Bei Objekten, die diese Kriterien nicht erfüllten, werden Terranus zufolge Kaufpreise bis zum 18-Fachen der Jahresmiete fällig. "Ein Neubau ist dann häufig die bessere Alternative", so Terranus-Geschäftsführer Hermann Josef Thiel.

Aufgrund des hohen Durchschnittsalters der Pflegeheime bestehe aktuell ein Ersatzinvestitionsbedarf von etwa 20.000 Pflegeplätzen pro Jahr, das sind rund 250 Heime mit einer durchschnittlichen Platzzahl von 80 Plätzen.

Bis 2030 werden rund 55 Milliarden Euro für Neuinvestitionen nötig sein, heißt es im Pflegeimmobilienreport von CBRE und immoTISS Care (ITC) – dass der Markt durch eine hohe Regulierungsdichte gebremst wird, ist auch in diesem Bericht Hauptkritikpunkt.

Schlagworte zum Thema:  Pflege, Vollstationäre Pflege, Investment

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