07.10.2013 | IPD/Schroders

Performance an europäischen Immobilienmärkten regional sehr unterschiedlich

Die regionalen Unterschiede sind groß: Bonn etwa gehört zu den "Tech 5"-Bürostandorten, die selbst die "Big 7" toppen
Bild: Egbert Herold ⁄

Der IPD Pan-European Annual Property Index 2012 hat sich mit einem Total Return von 4,3 Prozent gegenüber 2011 (6,6 Prozent) deutlich abgeschwächt - bei großen regionalen Unterschieden der Performance der europäischen Märkte. Die Studie stellten IPD und Schroders auf der Expo Real vor.

Auch der Vergleich der Performance der europäischen Märkte in 2012 sowie über die vergangenen drei Jahre veranschaulicht den signifikanten Gegensatz zwischen den Märkten in Nord- und Westeuropa einerseits und den peripheren Märkten, vor allem in Südeuropa, andererseits.

Die interregionalen Disparitäten zeigen sich ebenfalls über die lange Frist der vergangenen 15 Jahre, allerdings mit leicht veränderter Ausprägung, wenn das Rendite-Risiko-Profil betrachtet wird. Die deutschsprachigen Länder sind von stabiler Performance und damit geringer Volatilität gekennzeichnet.

Starke regionale Unterschiede

Während jedoch die Schweiz im Zeitraum 1998 bis 2012 einen annualisierten Total Return von sechs Prozent erzielte, erreichte Deutschland mit 3,6 Prozent den geringsten Wert aller von IPD in Europa analysierten Märkte. Dagegen lag der annualisierte Total Return der Länder Nord- und Westeuropas über acht Prozent (bei mittlerer Volatilität). Erwartungsgemäß zeigten Großbritannien, Irland, Spanien und die Länder Zentraleuropas die stärksten Marktschwankungen.

Allerdings bestehen die deutlichen Diskrepanzen nicht nur zwischen den europäischen Ländern, sondern auch im Vergleich der Regionen beziehungsweise Städte. Beispielsweise erzielte der Büromarkt Inner London sowohl 2012 als auch über die vergangenen 15 Jahre eine deutlich höhere Performance als die restlichen Büromärkte in Großbritannien.

Am Einzelhandelsmarkt bestechen die mittelgroßen Städte

Werden die deutschen Hauptbüromärkte verglichen, stechen die Unterschiede zwischen München und Köln einerseits, Frankfurt und Berlin andererseits hervor. Während am Frankfurter Büromarkt im Zeitraum 1998 bis 2012 ein annualisierter Total Return von zwei Prozent erzielt wurde, lag der Vergleichswert für München bei 3,9 Prozent.

Schroders Analyse des deutschen Einzelhandelsmarktes ergab, dass im Zeitraum 2007 bis 2012 die stärksten Mietsteigerungen zwar in den Hauptimmobilienstandorten zu verzeichnen waren, aber die beste Performance, gemessen am Total Return, in mittelgroßen Städten mit einer Einwohnerzahl zwischen 300.000 und 500.000 wie Bielefeld, Bonn und Nürnberg erzielt wurde.

Auch wenn in den mittelgroßen Städten die Mietsteigerungen geringer ausfielen, wurde dieser Effekt durch die Anfangsrenditen überkompensiert, die 75 bis 150 Basispunkte über denen der Hauptimmobilienmärkte lagen. Darüber hinaus ließen die Untersuchungen erkennen, dass Kleinstädte mit hoher touristischer Attraktivität über die vergangenen Jahre ebenfalls starke Mietsteigerungen verzeichnen konnten.

Performance im Bürosektor in kleineren Städten am größten

Darüber hinaus untersuchte Schroders die Performance im Bürosektor kleinerer Städte, deren Wirtschaftsstruktur durch einen hohen Technologieanteil in den Bereichen Medien, IT und Telekommunikation gekennzeichnet sind.

Schroders konzentrierte sich auf fünf Städte - Aachen, Bonn, Freiburg, Heidelberg und Karlsruhe – und kam für den Zeitraum zwischen 2007 und 2012 zu dem Ergebnis, dass der Total Return im Durchschnitt dieser Städte rund zwei Prozentpunkte pro Jahr über dem Wert für die "Big 7"-Standorte lag.

Die starke Flächennachfrage von Technologieunternehmen führte dazu, dass die "Tech 5"-Büromärkte geringere Leerstandsquoten und stärkere Mietsteigerungen aufzuweisen hatten als die "Big 7". Investoren konnten außerdem von höheren Anfangsrenditen profitieren.

Als potentieller Nachteil der "Tech 5"-Büromärkte ist einzuräumen, dass deren Investmentmärkte kleiner und weniger liquide sind als die "Big 7"-Standorte.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienmarkt, Expo Real, Performance

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