Die offenen Immobilienfonds haben 2017 ihr Ankaufsvolumen laut Scope Analysis gegenüber 2016 trotz des hochpreisigen Marktumfelds um knapp 50 Prozent auf insgesamt 9,2 Milliarden Euro gesteigert. 2,3 Milliarden Euro flossen in deutsche Immobilien. Damit hat Deutschland die USA als beliebtesten Investitionsstandort abgelöst. Auch die durchschnittliche Summe pro Objekt ist gestiegen: um 25 Prozent auf 129 Millionen Euro. An Beliebtheit haben Hotels gewonnen.

Gekauft haben die 19 von Scope analysierten offenen Publikumsfonds 66 Gewerbeobjekte und 324 Wohnimmobilien. 2016 wurden nur 60 Gewerbeobjekte und vier Wohnimmobilien mit einem Volumen von insgesamt 6,3 Milliarden Euro erworben.

Hohe Mittelzuflüsse

Die Zunahme des Investitionsvolumens ist laut Scope auf die hohen Mittelzuflüsse zurückzuführen: Netto sind rund 6,7 Milliarden Euro zugeflossen. Dieser Wert bezieht sich auf die erworbenen Gewerbeimmobilien. Das Geld müsse investiert werden, damit es in den Fonds nicht zu stark ansteige und dadurch das Renditeprofil der Fonds verwässere, heißt es in der Studie. Besonders beliebt ist als Investitionsziel Deutschland.

US-Investments für Euro-Investoren aktuell unattraktiv

Während 2016 ein Drittel des Investitionsvolumens in US-Immobilien floss, was zu Platz eins im Ranking führte, lag 2017 Deutschland vorn mit 2,3 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von 25 Prozent am Gesamtinvestitionsvolumen. In US-Immobilien investierten die Fondsmanager 1,5 Milliarden Euro (16 Prozent). Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der US-Investments waren nach Auskunft der befragten Investoren gestiegene Kosten zur Währungsabsicherung. Der signifikante Zinsunterschied zwischen dem US-Dollar und dem Euro habe zu deutlich höheren Hedging-Kosten geführt.

Auf dem zweiten Rang folgte im vergangenen Jahr Großbritannien mit 1,7 Milliarden Euro und einem Anteil von 18 Prozent am gesamten Investitionsvolumen. Frankreich folgt mit einem Anteil von acht Prozent auf dem vierten Platz vor Österreich (sieben Prozent) und Polen (sechs Prozent).

Hotels etablieren sich

Auf Büroimmobilien entfielen im vergangenen Jahr mehr als 60 Prozent der Investitionen. Auffällig ist laut Scope, dass sich Hotel- neben Einzelhandelsimmobilien als feste Größe bei offenen Immobilienfonds etabliert haben. Im Jahr 2017 wurden Hotelobjekte für rund 1,2 Milliarden Euro eingekauft. Das ist ein Anteil von 13 Prozent am gesamten Ankaufsvolumen. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 lag dieser Anteil noch bei drei Prozent.

>> Mit Hotelinvestments die Rendite aufpäppeln

Der Anteil der Wohnimmobilien lag bei sechs Prozent. Damit hat die Nutzungsart Wohnen für die klassischen großvolumigen offenen Immobilienfonds weiterhin keine Bedeutung. Hier waren nur die auf Wohnimmobilien spezialisierten Sektorenfonds aktiv. Im vergangenen Jahr kam mit dem "UniImmo: Wohnen ZBI" ein großvolumiges Produkt auf den Markt: Der Fonds verfügte Ende 2017 über 318 Immobilien mit einem Verkehrswert von 454 Millionen Euro.

"hausInvest" und der "UniImmo: Europa" am aktivsten

Die aktivsten Fonds 2017 waren der "hausInvest" und der "UniImmo: Europa". Beide Fonds übernahmen jeweils Objekte für mehr als 1,5 Milliarden Euro in ihre Portfolios. Dahinter folgen der "Deka-ImmobilienGlobal" und der "WestInvest InterSelect" mit jeweils knapp einer Milliarde Euro. Berücksichtigt man das Volumen der nicht mehr im Aufbau befindlichen Fonds, war der "grundbesitz global" der aktivste Käufer. Er erwarb Objekte im Umfang von mehr als 600 Millionen Euro. Das entspricht 21 Prozent seines derzeitigen Fondsvolumens. Auf der anderen Seite steht der "Deka-ImmobilienEuropa". Er kaufte Objekte für 686 Millionen Euro (fünf Prozent des Fondsvermögens).

Angekaufte Objekte werden größer

Lag die Objektgröße der erworbenen Gewerbeimmobilien 2016 im Durchschnitt noch bei 103 Millionen Euro, waren es 2017 Scope zufolge durchschnittlich 129 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 25 Prozent. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist laut Scope, dass der Ankauf großvolumiger Objekte für das Fondsmanagement effizienter ist. Auch unter der Zielsetzung, die liquiden Mittel effizient zu investieren, ist der Ankauf großer Objekte attraktiv, trotz steigender Konzentrationsrisiken im Fonds.

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