Scope: Offene Fonds stürzen sich auf Logistikimmobilien

Die von Scope bewerteten offenen Fonds haben vergangenes Jahr 8,3 Milliarden Euro in Immobilien gesteckt, 300 Millionen mehr als vor Corona. Sprunghaft angestiegen ist der Run auf Logistik: Lagerhallen machten rund 18 Prozent an den gesamten Investments aus, dreimal so viel wie 2019.

Eingekauft haben die 15 von Scope analysierten offenen Immobilienfonds im vergangenen Jahr für rund 8,3 Milliarden Euro Immobilien. Damit liegt der Umfang der Käufe leicht über den rund acht Milliarden Euro des Vorjahres. Die Zunahme des Investitionsvolumens ist laut Scope auf die hohen Mittelzuflüsse zurückzuführen.

Mit rund drei Milliarden Euro floß mehr als ein Drittel des Geldes in deutsche Immobilien. Investiert wurde in 17 Ländern. Die Niederlande (zehn Prozent) und Großbritannien (acht Prozent) folgen auf den Plätzen zwei und drei. Der aktivste Käufer im Jahr 2020 war der "hausInvest" von Commerz Real mit mehr als 1,8 Milliarden Euro. Das sind 22 Prozent des gesamten Investitionsvolumens. Dahinter folgen der "grundbesitz europa" ( DWS Grundbesitz GmbH) und der "UniImmo: Europa" (Union Investment Real Estate GmbH).

Logistik steht für knapp ein Fünftel der Investitionen

Büroimmobilien blieben bei den Ankäufen die mit Abstand wichtigste Nutzungsart. Ihr Anteil war mit 52,4 Prozent am gesamten Investitionsvolumen immer noch hoch, aber nicht mehr ganz so markant wie 2019 (60,9 Prozent).

Demgegenüber haben die Fonds ihre Logistikallokation gegenüber 2019 nahezu vereifacht: Der Investmentanteil ist von 6,4 Prozent auf mittlerweile 18,3 Prozent angestiegen. Das deutet laut Scope darauf hin, dass Logistik sich von der puren Beimischung zur eigenen Assetklasse entwickelt hat.

An Attraktivität eingebüßt haben Einzelhandelsimmobilien: Sie machten 2020 nur 6,3 Prozent der Ankäufe aus – das ist ein deutlicher Rückgang verglichen mit den Vorjahren: 2019 hatte der Anteil noch bei 10,4 Prozent und 2018 sogar bei 17,7 Prozent gelegen. Innerhalb dieser Nutzungsart ging das Interesse der Fondsmanager für Shopping-Center mit hohem Textilanteil laut Scope massiv zurück, im Fokus hatten sie noch hoch frequentierte Fach-und Verbrauchermärkte. Hotelimmobilien hatten 2020 einen Anteil von rund 6,8 am gesamten Investitionsvolumen; Wohnimmobilien kamen auf 13 Prozent.

Wohnimmobilien stehen für 2021 auf der Einkaufsliste der Fonds

Befragt hat Scope die 24 Fondsanbieter der 15 analysierten offenen Immobilienfonds im Frühjahr auch zu ihren Erwartungen für 2021. Knapp die Hälfte (40 Prozent) der Anbieter gehen davon aus, dass bis zum Jahresende weiter zugekauft werden wird. Dabei wollen fast alle der Befragten in deutsche Immobilien investieren; rund 65 Prozent der Fondsmanager planen aber auch Investments in Großbritannien. Zudem rückt Skandinavien – mit jetzt rund 61 Prozent, nach 38 prozent im Vorjahr – stärker in den Fokus.

In Bezug auf die Nutzungsarten führen Wohnenimmobilien die Einkauftslisten an (82 Prozent), gefolgt von Büros (68 Prozent) und Logistik mit 64 Prozent. In der Umfrage im Frühjahr 2020 hatten nur 44 Prozent der Fondsanbieter angegeben, in den kommenden drei Jahren Investitionen in Logistikimmobilien zu planen.


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