Durch die wachsende Einwohnerzahl und eine daraus resultierende erhöhte Nachfrage nach Immobilien sind die Grundstückspreise im vergangenen Jahr in allen Nürnberger Teilmärkten gestiegen. Am deutlichsten zogen die Preise bei unbebauten Grundstücken für die mehrgeschossige Wohnbebauung an: Sie sind innerhalb eines Jahres um 38 Prozent gestiegen. Das sind Ergebnisse aus Studien des Gutachterausschusses für Grundstückswerte.

Beim Kauf von Grundstücken, Häusern und Wohnungen im Nürnberger Stadtgebiet wurden 2017 rund 1,9 Milliarden Euro umgesetzt und damit mehr als 20 Prozent weniger als 2016. Der Umsatz bei Verkäufen von Wohnungseigentum stieg im Jahr 2017 von 671 Millionen Euro auf 703 Millionen Euro und damit auf einen neuen Höchstwert für Nürnberg.

Das Maklerportal Immowelt prognostiziert für Nürnberg einen Kaufpreisanstieg für Wohnimmobilien um 26 Prozent bis 2020.

Preisentwicklung für die Teilmärkte bei unbebauten Grundstücken

  • Für Grundstücke zur Neubebauung mit Ein- oder Zweifamilienhäusern stiegen die Preise 2017 im Vergleich zu 2016 den Gutachtern zufolge um 14 Prozent. Der Quadratmeter kostete zwischen 200 Euro und 1.100 Euro.
  • Die bezahlten Bodenpreise für die mehrgeschossige Wohnbebauung lagen in einer Spanne von 550 Euro pro Quadratmeter bis 2.000 Euro pro Quadratmeter.
  • Auf dem gewerblichen Teilmarkt kam es zu einem Anstieg der Kaufpreise in Höhe von acht Prozent. In diesem Marktsegment liegt die Preisspanne zwischen 35 Euro pro Quadratmeter bis 290 Euro pro Quadratmeter.

Deutliche Preissteigerungen auch bei bebauten Grundstücken

  • Bei den freistehenden Häusern betrug die ermittelte Preissteigerung 15 Prozent. Die Höhe der Kaufpreise bewegte sich zwischen 400.000 Euro und 1,1 Millionen Euro. Kleinere oder schlechter gelegene Häuser waren günstiger zu haben.
  • Die Preissteigerung bei den verkauften Doppel- und Reihenhäusern betrug sieben Prozent. Je nach Lage, Größe und Ausstattung wurden Preise zwischen 450.000 und 650.000 Euro für neue Häuser bezahlt. Für gebrauchte Immobilien wurden zwischen 260.000 und 480.000 Euro fällig.
  • Auch die Preise für Mehrfamilienhäuser legten zu. Zuletzt stiegen sie (meist wurden gebrauchte Objekte veräußert) um 14 Prozent auf etwa 500.000 Euro bis 1,5 Millionen Euro.
  • Unabhängig vom Baujahr stiegen die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr um zehn bis elf Prozent. Die Preise pro Quadratmeter Wohnfläche für neue Eigentumswohnungen betrugen zwischen 3.600 und 5.400 Euro pro Quadratmeter. Für große, etwa 20 Jahre alte Wohnungen, wurden zirka 3.100 Euro pro Quadratmeter bezahlt, für ältere (50 bis 60 Jahre) Wohnungen lagen die Durchschnittspreise zwischen 1.900 und 2.900 Euro pro Quadratmeter.

Der Nürnberger Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas und Frank Seidler, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte für Nürnberg, haben den "Nürnberger Grundstücksmarktbericht 2017" und den "Immobilienreport 2018" am 8. März vorgestellt. Insgesamt wurden 5.096 Kaufurkunden ausgewertet, das sind sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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Schlagworte zum Thema:  Grundstück, Immobilienpreis