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NRW und Sachsen gehen Wohnungsproblem für Rentner an

NRW: Künftig sollen unter anderem Wohnangebote unterstützt werden, die es Senioren ermöglichen, so lange es geht im vertrauten Quartier zu leben.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bis zum Jahr 2021 müssen für Rentner rund 2,5 Millionen zusätzliche barrierefreie Wohnungen geschaffen werden, damit nicht eine große Lücke entsteht. Zu diesem Ergebnis kommt das Berliner Pestel-Institut. Die Regierung in NRW reformiert nun dahingehend das Pflegerecht, in Sachsen werden barrierefreie Wohnungen wieder gefördert.

Der Analyse zufolge bedeutet das, dass für einen entsprechenden Umbau Gesamtinvestitionen von 39 Milliarden Euro anfallen. Auf Grundlage der jüngsten Zensus-Zahlen haben die Forscher für das Jahr 2035 knapp 24 Millionen Bürger in der Altersgruppe über 65 Jahre errechnet. Das wären rund 40 Prozent mehr als heute.

Sie haben weniger Geld und leben in einer zu großen Wohnung: Die Probleme vieler Rentner werden sich in den nächsten Jahren verschärfen. Forscher verlangen deutlich mehr Investitionen. Es fehle an kleinen und an barrierefreien Wohnungen, die auch eine Pflege zu Hause ermöglichen, sagte Studienleiter Matthias Günther vom Pestel-Institut in Berlin.

Politik und Wohnungswirtschaft müssten schnell umsteuern und Millionen Wohnungen altersgerecht umbauen. Neubauten könnten nur ein kleiner Teil der Lösung sein.  Ein Bündnis von Bau-, Mieter-, Architekten- und Sozialverbänden warf der Bundesregierung vor, das Thema „Wohnen im Alter“ in den vergangenen Jahren vernachlässigt zu haben. Die staatliche Förderung sei gestrichen und für Privatinvestoren seien keine steuerlichen Anreize geschaffen worden.

Selbstbestimmtes Leben im Alter - NRW will Pflegerecht erneuern

Der Präsident des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure, Hans Georg Wagner, verlangte im Bundesetat 400 bis 500 Millionen Euro jährlich für altersgerechte Wohnungen. Die Kommunen, aber auch Bundeswehr und Kirchen müssten mehr Grundstücke günstig für den Wohnungsbau zur Verfügung stellen. Die meisten älteren Menschen wollten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben, so Wagner. Der Sozialstaat könne es sich auch gar nicht leisten, den Großteil der alten Menschen in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen unterzubringen.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will durch eine Änderung des Pflegerechts älteren Menschen mit und ohne Pflegebedarf ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Das Kabinett hat dazu am Dienstag einen Gesetzentwurf beschlossen.

Die Reformen sollen spätestens Anfang nächsten Jahres in Kraft treten. Künftig sollen unter anderem Wohnangebote unterstützt werden, die es Senioren ermöglichen, so lange es geht im vertrauten Quartier zu leben. Eine Entrümpelung der bisherigen Mindeststandards soll es Senioren erleichtern, Wohngemeinschaften zu gründen.

Sachsen fördert barrierefreien Umbau von Wohnungen 

In Sachsen wird wieder der barrierefreie Umbau von Wohnungen gefördert. Das Kabinett beschloss am Dienstag eine entsprechende Förderrichtlinie, wie das Innenministerium mitteilte. Die solle in zwei bis drei Wochen in Kraft treten.

Danach wird der Umbau einer Wohnung mit 12.900 Euro unterstützt, für den Umbau eines Sanitärraumes gibt es 5.000 Euro, für den Umbau eines Geschosses 6.300 Euro.

Schlagworte zum Thema:  Marktanalyse

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