NRW: Kleine Wohnungen sind knapp und extrem teuer Infografik

Singlehaushalte haben in Nordrhein-Westfalen (NRW) mittlerweile einen Anteil von 41 Prozent. Doch es fehlt an Apartments und Ein-Zimmer-Wohnungen und das macht sie immer teurer, heißt es im Wohnungsmarktbericht 2018 der NRW.Bank. Und es gibt noch andere Probleme.

Die Mieten von kleinen Wohnungen seien zuletzt überdurchschnittlich gestiegen, heißt es im Wohnungsmarktbericht NRW 2018: Bei 9,14 Euro pro Quadratmeter liegen sie und damit um fast 1,90 Euro über dem Durchschnitt aller Wohnungen im Land.

Der Neubau von kleinen Wohnungen hat nach Datenerhebung der NRW.Bank nicht nur absolut, sondern auch anteilig deutlich zugenommen: 2008 betrug der Anteil von Wohnungen mit ein bis zwei Zimmern rund 23 Prozent am gesamten Neubau, 2017 dann 40 Prozent. Die Preisentwicklung für kleine Wohnungen weise darauf hin, dass der Neubau kleiner Wohnungen noch nicht ausreicht.

In Großstädten wie Köln oder Düsseldorf stellen Singlehaushalte und Zwei-Personen-Haushalte inzwischen etwa 80 Prozent aller Haushalte. Die Gruppe der Alleinlebenden setzt sich zu je einem Drittel aus jüngeren Singles (15 bis 44 Jahre), Personen im Rentenalter (65 Jahre und mehr) sowie aus "mittelalten" Personen (45 bis 64 Jahre) zusammen. 

Ein Problem: Mangel an Bauland

In den gefragten Städten in NRW sind der Studie zufolge 2016 und 2017 weniger als 40 Prozent des Wohnungsbedarfs gebaut worden: 2017 seien 48.300 Wohnungen fertiggestellt worden, Zahlen für 2018 lagen noch nicht vor. Die Studienautoren erwarten jedoch einen Anstieg der Fertigstellungen, da im vergangenen Jahr rund 55.500 Baugenehmigungen erteilt worden sind.

"Die Entwicklung geht in die richtige Richtung." Dietrich Suhlrie, Vorstand NRW.Bank

Um den aktuellen Bedarf zu decken, müssten in Nordrhein-Westfalen jedoch jährlich 80.000 neue Wohnungen gebaut werden. Dass die Bautätigkeit eingeschränkt bleibt, liegt der Studie zufolge an der Baulandknappheit sowie der hohen Auslastung von Bauwirtschaft und kommunalen Verwaltungen.

Laut NRW.Bank sehen mehr Experten als noch im Vorjahr große Hemmnisse für den Wohnungsbau, allen voran die Baulandknappheit, die inzwischen 93 Prozent der Marktexperten als größtes Problem bewerten (2017: 86 Prozent). Das zweite große Problem, das den Neubau bremst und verteuert, sei die hohe Auslastung der Bauwirtschaft, die 89 Prozent der Befragten als Hemmnis sehen. 

Anstieg der Mieten bei Mieterwechsel nimmt noch einmal Fahrt auf

Die Neubaumieten nehmen laut Studie weiter zu, aber weniger dynamisch als bisher. Insgesamt sind die Neubaumieten seit 2010 um 29 Prozent gestiegen. 

Der Anstieg der Mieten bei einem Wechsel des Mieters hat nochmals zugelegt, heißt es im Bericht weiter: Diese Mieten seien im Jahr 2018 alleine gegenüber 2016 noch einmal um 3,5 Prozent gestiegen und damit stärker als die Inflationsrate und die durchschnittliche Kaufkraft der Haushalte. Diesen Anstieg zu begrenzen, war ursprünglich die Intention der Mietpreisbremse, die ihre Wirkung dem Bericht zufolge aber nur zum Teil entfalten konnte.

Währenddessen haben sich die Mieten in bestehenden Verträgen dem Marktbericht zufolge nur langsam entwickelt (seit 2010: plus 12,4 Prozent). Damit liegt ihr Anstieg nur leicht über der Inflationsrate (plus 11,5 Prozent). Mieter, die nicht umziehen mussten, waren von der Marktmietenentwicklung demnach also kaum betroffen.

Zahl der Sozialwohnungen nimmt deutlich ab

Die Mieten öffentlich geförderter Wohnungen sind aufgrund der Preisbindung nahezu stabil geblieben, heißt es in der Studie: Sie hätten mit durchschnittlich 5,20 Euro pro Quadratmeter unterhalb der Marktpreise gelegen. Die Zahl dieser Wohnungen werde jedoch in den kommenden Jahren weiter deutlich abnehmen.

Spätestens bis 2027 werden demnach knapp 131.000 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Das sei fast ein Drittel des Bestandes, heißt es im Wohnungsmarktbericht 2018 für NRW. Hinzu kämen rund 39.000 Wohnungen, deren Sozialbindung bis dahin planmäßig auslaufe.

Allein um diese Verluste auszugleichen, müssten jährlich etwa 13.000 Wohnungen mit Fördermitteln neu gebaut oder modernisiert werden. Ende 2017 gab es in NRW noch rund 461.000 Sozialwohnungen.


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