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Nordamerikanische Investoren dominieren europäische Retail-Märkte

Fachmarktzentren zunehmend im Fokus: Das Leine-Center in Laatzen ging 2013 an CBRE Global Investors
Bild: Leine-Center ⁄

In der ersten Jahreshälfte 2013 waren nordamerikanische Investoren mit 1,6 Milliarden Euro Einsatz die stärkste Käufergruppe bei europäischen Einzelhandelsimmobilien. Das ist ein Ergebnis einer Studie von CBRE. Insgesamt wurden 15 Milliarden Euro investiert.

Das ist gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 ein Anstieg um 17 Prozent. Die Investoren aus Nordamerika haben sich bei ihren Käufen auf zwar Russland und Großbritannien konzentriert, haben jedoch auch in anderen wichtigen Märkten Westeuropas investiert, etwa in Deutschland und Frankreich.

Zudem haben in den vergangenen 18 Monaten amerikanische Investoren in Europa in Bezug auf die Fläche neue Rekorde aufgestellt, was auch für das erste Halbjahr 2013 gilt: Der Kauf des Metropolis Centre in Moskau durch Morgan Stanley ist der größte europäische Einzelhandelsimmobiliendeal und doppelt so groß wie die nächstkleinere Transaktion.

Konzentration auf Shopping-Center hält an

"Investoren aus Nordamerika haben sich weiterhin auf das Segment Shopping-Center konzentriert, was ihrer Vorliebe für große Transaktionen und ihrer Vertrautheit mit diesem Segment entspricht", so Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.

Auf Shopping-Center entfielen 75 Prozent der Transaktionssumme im ersten Halbjahr 2013. Ein Beispiel aus dem deutschen Markt hierfür ist Übernahme des Leine-Centers in Laatzen durch CBRE Global Investors zusammen mit Teacher Retirement System of Texas.

US-Investoren interessieren sich zunehmend für Fachmarktzentren

"Interessant ist darüber hinaus, dass sich gerade US-amerikanische Investoren in Deutschland verstärkt dem Segment Fachmarktzentren und Verbrauchermärkte widmen, wie das Beispiel des Monsoon-Portfolios zeigt, welches sich Cerberus Capital Management sicherte", so Linsin weiter.

Ganz anders sieht es mit Investments aus Asien und dem Nahen Osten aus, die sich zwar geographisch sehr weit verteilen, dabei aber eindeutig auf Einzelhandelsimmobilien in High Streets fokussieren.

Nordamerikanische Investments in europäische Einzelhandelshandelsimmobilien beschränken sich laut CBRE nicht nur auf Direktinvestitionen. So steht ein US-Fonds kurz vor der Übernahme des größten europäischen Shopping-Center-Entwicklers.

Run auf Hackeschen Markt in Berlin hält an

Globale Retailer sehen laut CBRE auch im Berliner Quartier Hackescher Markt beste Voraussetzungen für die Eröffnung eines Stores. Allerdings hat die internationale Beliebtheit gerade für die ursprüngliche Bevölkerung und lokale Einzelhändler auch negative Auswirkungen: die Mieten steigen in allen Bereichen.

Sie werden "durch internationale, vertikalisierende Retailer getrieben", sagt Andreas Malich, Einzelhandelsexperte bei CBRE in Berlin. Insbesondere die Rosenthaler Straße, Neue Schönhauser Straße und Münzstraße haben sich überproportional entwickelt.

Nach Angaben von CBRE werden für internationale Retailer zudem die vormaligen Nebenstraßen des Quartiers attraktiver. Der Grund dafür sind die gestiegenen Passantenfrequenzen beispielsweise in der Alten Schönhauser Straße und Weinmeisterstraße.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Shopping-Center, Einzelhandelsimmobilie

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