20.02.2014 | F+B-Wohn-Index

Neuvertragsmieten steigen doppelt so stark wie Bestandsmieten

Mietentwicklung 2004 bis 2014
Bild: F+B

Bei Neuvermietungen mussten im ersten Quartal 2014 um 1,6 Prozent höhere Mieten gezahlt werden als Anfang 2013. Die Bestandsmieten veränderten sich lediglich um 0,8 Prozent. Der F+B-Wohn-Index legte um vier Prozent auf einen Wert von 108,9 Punkten zu. Im Vergleich zum Vorquartal (4. Quartal 2013) war ein Anstieg um 1,6 Prozent zu verzeichnen.

Der Anstieg der Preise für Eigentumswohnungen in Bestand und Neubau war im Jahr 2013 etwa 4,5-mal so hoch wie der Anstieg der Mieten. Die Preise für Eigentumswohnungen sind um 5,9 Prozent gestiegen, Eigenheime verteuerten sich um fünf Prozent.

"Die Preisentwicklung von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern spiegelt die nach wie vor hohe Attraktivität von Sachwertinvestitionen wider“, sagt Dr. Bernd Leutner, Geschäftsführer der F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt.

Eigentumswohnungspreise zeigen Süd-Nord- und West-Ost-Gefälle

Wenig überraschend: Die höchsten Eigentumswohnungspreise verzeichnen München (Rang 1) und eine Reihe von Gemeinden im Münchner Umland. Preise von 4.580 Euro pro Quadratmeter sind in der bayrischen Landeshauptstadt für Eigentumswohnungen zu zahlen, immerhin noch 3.000 bis 3.600 Euro pro Quadratmeter in Garmisch-Partenkirchen, Fürstenfeldbruck oder Erding.

Hohe Preise sind mit durchschnittlich 3.310 Euro pro Quadratmeter auch in Freiburg im Breisgau (Rang 5) und mit 3.170 Euro pro Quadratmeter in Konstanz (Rang 6) zu beobachten. Erst auf den Plätzen 11 und 14 folgen die Metropolen Hamburg (3.050 €/m²) und Frankfurt (2.840 €/m²), auf Platz 19 erscheint Stuttgart (2.660 €/m²), Düsseldorf (2.520 €/m²) erst auf Platz 25 und Köln (2.370 €/m²) belegt den Rangplatz 39. Die Eigentumswohnungspreise in Berlin sind mit durchschnittlich 2.000 Euro pro Quadratmeter nach wie vor sehr moderat. Berlin erreicht damit gerade einmal Platz 110 der Top-500-Städte in Deutschland.

Bei den Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr liegt Berlin allerdings mit 8,3 Prozent hinter Nürnberg (10,1 Prozent) an zweiter Stelle der Metropolen über 500.000 Einwohner. In München, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf und auch in Dresden sind zwischen sieben und acht Prozent mehr für Eigentumswohnungen zu kalkulieren als vor einem Jahr, rund sechs Prozent teurer sind Stadtwohnungen inzwischen in Köln, Dortmund, Bremen und Hannover.

Kaum Bewegung in den Top 10 der Neuvermietungsmieten
Auch bei den Neuvermietungsmieten toppt München mit standardisierten Marktmieten von 12,20 Euro pro Quadratmeter für zehn Jahre alte, 75 Quadratmeter große Wohnungen alle anderen deutschen Städte. Wenn auch der Mietenanstieg im vergangenen Jahr mit 2,5 Prozent moderat verlief, so gelten die Mieten in der Stadt trotz der überdurchschnittlichen Einkommen für viele Bevölkerungsgruppen als kaum tragbar.

Die Mieten in Frankfurt (10,20 €/m², Rangplatz 4) sind für eine Standardwohnung immerhin 16 Prozent, in Hamburg und Stuttgart (Rangplatz 9 bzw. 10) sogar um 21 Prozent niedriger als in München. Während die Neuvermietungsmieten in den Großstädten gemäßigt steigen, sind überdurchschnittliche Anstiege in einigen Umlandgemeinden zu beobachten. In der Region um München (2,5 Prozent gegenüber Anfang 2013) zum Beispiel in Fürstenfeldbruck (5,1 Prozent), Unterschleißheim (4,9 Prozent), in Ingolstadt oder Garmisch-Partenkirchen (rund 3 Prozent), in der Umgebung von Stuttgart (3 Prozent) u. a. in Leonberg (5,9 Prozent), Sindelfingen (4,7 Prozent) und in Ludwigsburg (4,6 Prozent).

Ganz oben bei den Mieten und beim Mietenanstieg liegen aber auch die Universitätsstädte und Mittelstädte mit hoher Marktanspannung. Bedingt durch die in diesen Städten höhere Fluktuation sind die Mieten etwa in Konstanz und Tübingen mit 9,70 beziehungsweise 9,60 Euro pro Quadratmeter oder in Freiburg und Heidelberg (9,50 €/m²) ebenfalls höher.

Im Metropolenvergleich nach wie vor günstig sind die Mieten in Berlin. Mit 7,10 Euro pro Quadratmeter für die Standardwohnung liegt die Stadt auf Rangplatz 139. Hannover und Bremen (6,90 €/m²) verzeichnen unter den Städten mit über 500.000 Einwohnern ein vergleichbar niedriges Mietenniveau. Beim Anstieg der Mieten war Berlin im vergangenen Jahr mit 3,4 Prozent zusammen mit Nürnberg (3,6 Prozent) allerdings Spitzenreiter dieser Städte.

Die niedrigsten Mieten in deutschen Städten ab 25.000 Einwohner zahlt man bei Neuvermietung derzeit mit 4,30 Euro pro Quadratmeter in Zittau, Gera und Görlitz. Sie liegen bei gut einem Drittel der Mieten in München, woran die große Spannweite der Wohnungsmarktsituation in Deutschland deutlich wird. Mit Neuvermietungsmieten unter fünf Euro pro Quadratmeter sind darunter auch Pirmasens (4,50 €/m²), Hof (4,60 €/m²), Bremerhaven (4,70 €/m²) oder Chemnitz (4,80 €/m²) und Meißen (4,90 €/m²), also Standorte in West- und Ost-Deutschland.

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