Die Immobilienpreise sind 2016 im Vergleich zum Jahr zuvor im gesamten Rhein-Main-Gebiet teilweise deutlich gestiegen, wie eine neue Studie von Corpus Sireo zeigt. Die Preise für neue Einfamilienhäuser in Frankfurt sind die teuersten in der Region: Sie wurden im vergangenen Jahr für durchschnittlich 711.000 Euro angeboten, das entspricht einem Anstieg von zwölf Prozent. Untersucht wurden die Wohnimmobilienmärkte Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Bonn.

Teuerste Stadtteile für neue Einfamilienhäuser in Frankfurt waren laut Corpus Sireo Westend (1,6 Millionen Euro), Dornbusch (1,5 Millionen Euro), Sachsenhausen (1,2 Millionen Euro) und Nordend (1,2 Millionen Euro). Die Researcher der Deutschen Bank gehen davon aus: Frankfurt wird als Folge des Brexit weitere Abwanderer aus London anziehen, was sich auch künftig auf den Wohnungsmarkt der Mainmetropole auswirken werde.

Düsseldorf folgt mit Durchschnittspreisen von 695.000 Euro für neue Einfamilienhäuser auf dem zweiten Platz, das sind lediglich zwei Prozent mehr als 2015. Bestandsobjekte zogen um fünf Prozent auf einen Medianpreis von 575.000 Euro an. Die Stadtteile Oberkassel und Düsseltal wiesen hier mit durchschnittlichen Preisen von 1,98 Millionen Euro beziehungsweise 1,84 Millionen Euro das höchste Preisniveau auf.

In Bonn kostete ein Einfamilienhaus 2016 mit 537.000 Euro neun Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Preise für Bestandshäuser stiegen um sieben Prozent auf 395.000 Euro im Schnitt. Ein neues Einfamilienhaus in Bonn kostete 2016 im Durchschnitt 13 Prozent mehr als in Köln. Der teuerste Stadtteil war Bad Godesberg mit einem Medianpreis von 748.000 Euro. Ebenfalls teuer waren Rüngsdorf mit 690.000 Euro und Poppelsdorf mit 695.000 Euro.

Die Preise für neue Einfamilienhäuser in Köln legten laut Corpus Sireo um zehn Prozent auf 474.000 Euro zu. Ein gebrauchtes Einfamilienhaus in Köln kostete 2016 im Schnitt 425.000 Euro, was einem Plus von vier Prozent entspricht. Die teuersten Bestands-Einfamilienhäuser wurden im Stadtteil Müngersdorf angeboten mit einem Durchschnittspreis von 1,49 Millionen Euro, gefolgt von Marienburg mit 1,39 Millionen Euro und Hahnwald mit 1,38 Millionen Euro.

Frankfurter Gutleutviertel teuerstes Pflaster für Eigentumswohnungen

Frankfurt hat auch die höchsten Durchschnittspreise für neue Eigentumswohnungen. Sie kosteten 2016 laut Corpus Sireo im Schnitt 4.650 Euro pro Quadratmeter und damit sechs Prozent mehr als 2015. Bei den Bestandswohnungen lag der Quadratmeterpreis 2016 im Median bei 3.650 Euro und damit elf Prozent über dem des Vorjahres. Teuerste Stadtteile für Eigentumswohnungen waren das Gutleutviertel mit 6.950 Euro und das Westend mit 6.900 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Besonders teuer sind Wohnungen in neuen Hochhäusern mit durchschnittlich 7.000 Euro pro Quadratmeter.

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Düsseldorf lag mit 4.550 Euro pro Quadratmeter nicht weit zurück, hier verteuerten sich die Neubau-Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent. Bestandswohnungen waren acht Prozent teurer und wurden für Quadratmeterpreise von 2.850 Euro angeboten. Teuerster Stadtteil war Oberkassel mit durchschnittlich 5.950 Euro pro Quadratmeter.

Die höchste Steigerungsrate machte Corpus Sireo für Köln aus: Mit einem Plus von 13 Prozent kosteten Neubauwohnungen im Schnitt 4.400 Euro. Die Preise für Bestandswohnungen stiegen um zehn Prozent auf 2.800 Euro pro Quadratmeter. Für einen Neubau waren im Schnitt 474.000 Euro zu zahlen, was ein kräftiges Plus von zehn Prozent auf Jahresfrist bedeutet. Teuerste Einzellagen waren 2016 Braunsfeld mit 4.800 Euro pro Quadratmeter Durchschnittspreis, Lindenthal (4.350 Euro pro Quadratmeter) und Marienburg (4.450 Euro pro Quadratmeter).

Dagegen kaufte es sich in Bonn vergleichsweise günstig mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 3.450 Euro (plus drei Prozent). Die Preise für Bestandswohnungen legten mit einem Plus von fünf Prozent auf 2.250 Euro pro Quadratmeter stärker zu als Neubauwohnungen. Die teuersten Lagen sind Weststadt mit 4.100 Euro pro Quadratmeter und Poppelsdorf mit 3.850 Euro pro Quadratmeter.