Neue Eigentumswohnungen haben sich deutschlandweit in allen Metropolregionen verteuert Bild: soaxx2011363-10 Siemens AG

Die Preise für neue Eigentumswohnungen sind in Berlin innerhalb eines Jahres um 9,8 Prozent gestiegen. Das ist der deutlichste Anstieg im Vergleich der wichtigsten deutschen Metropolregionen (plus Wien), wie eine Untersuchung von Project Research im zweiten Quartal 2017 zeigt. Der überdurchschnittliche Preisanstieg bei Eigentumswohnungen ist nach Meinung des Beratungshauses F+B eine Folge des zunehmenden Urbanisierungstrends.

Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum stiegen die Verkaufspreise auch in Köln (plus 8,3 Prozent) und Nürnberg (plus 5,5 Prozent) stark – weit deutlicher als in München (plus 3,6 Prozent), Hamburg (plus 1,5 Prozent) und Frankfurt am Main (plus 4,3 Prozent). Wien verzeichnet im zweiten Quartal 2017 ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2017.

Untersucht wurden die Preise für neue Eigentumswohnungen in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Nürnberg, München, Düsseldorf, Köln und Wien. Vor allem Wohnhochhäuser liegen im Trend und die Zielgruppe wird elitärer.

Preisrückgang nur in Düsseldorf

Auch was den maximal angebotenen Quadratmeterpreis betrifft, toppt Berlin die anderen Städte mit einem Kaufpreis von 19.028 Euro pro Quadratmeter. Wien folgt auf Rang zwei: Hier wurde ein Wert von 18.767 Euro ermittelt. München steht an dritter Stelle mit einem Spitzenpreis von 18.217 Euro.

Die Metropolregion Düsseldorf weist zum zweiten Mal in Folge einen Preisrückgang auf. Mit minus 0,3 Prozent fällt dieser jedoch geringer aus als im ersten Quartal 2017 im Vergleich zum Schlussquartal 2016 mit minus sieben Prozent. Der maximal angebotene Quadratmeterpreis liegt in Düsseldorf derzeit bei 10.339 Euro.

Günstiger sind die Spitzenpreise nur in Köln (8.754 Euro) und Nürnberg (6.042 Euro). In Hamburg werden maximal 14.012 Euro bezahlt, gefolgt von Frankfurt (13.863 Euro).

Durchschnittliche Quadratmeterpreise in München am höchsten

München rangiert an erster Stelle, was die durchschnittlichen Quadratmeterpreise angeht: Sie lagen Ende Juni 2017 bei 7.585 Euro. Hier ist Berlin nur auf dem zweiten Platz (5.512 Euro), gefolgt von Hamburg (5.389 Euro) und Wien (5.029 Euro). Schlusslicht ist Nürnberg mit 4.199 Euro. Dazwischen liegen Köln (4.833 Euro), Frankfurt (4.755 Euro) und Düsseldorf (4.633 Euro).

F+B-Wohn-Index: Urbanisierungstrend lässt Preise steigen

Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien ist im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorquartal leicht um ein Prozent, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,2 Prozent gestiegen.

Nach Auffassung von F+B-Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner signalisiert der seit fünf Jahren anhaltende überdurchschnittliche Preisanstieg von Eigentumswohnungen den anhaltenden Trend in die größeren Städte. Die Deutsche Hypo erklärt den Trend mit fundamentalen Faktoren wie demografischen und (finanz-)wirtschaftlichen Entwicklungen und dem knappen Angebot.

Die Preisentwicklung von Mehrfamilien- oder Zinshäusern hingegen bewegt sich laut F+B nach wie vor signifikant unterhalb des bundesweiten Wohn-Index. Die Bestandsmieten sind laut F+B im Vergleich des zweiten mit dem ersten Quartal 2017 leicht um 0,5 Prozent angestiegen – der Preisanstieg der Neuvertragsmieten hat sich mit ebenfalls 0,5 Prozent angeglichen. Im Vergleich zu den Vorjahresquartalen verteuerten sich Neuvertragsmieten mit 2,4 Prozent und Bestandsmieten mit 1,4 Prozent unterhalb des Anstiegs des Wohn-Index.

Deutliche Preissteigerungen im Jahresvergleich

Eigentumswohnungen verteuerten sich nach Angaben von F+B im Vergleich erstes und zweites Quartal 2017 um 1,5 Prozent. Im Empirica-Index legten die Preise für Eigentumswohnungen um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Laut F+B übertrafen im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 Eigentumswohnungen mit einem Plus von 7,1 Prozent und Einfamilienhäuser mit plus 6,1 Prozent den Durchschnittswert des F+B-Wohn-Index von 5,2 Prozent.

Die Preise für Einfamilienhäuser sind im F+B-Index im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,2 Prozent gestiegen, während sich die Preise für einzelne Mehrfamilienhäuser im Vergleich zum Vorquartal mit plus 0,3 Prozent eher seitwärts bewegten, im Jahresvergleich wuchsen sie um 1,4 Prozent.

Fördermaßnahmen verpufft

Dem F+B-Chef zufolge haben Förderinstrumente und regulatorische Eingriffe ihre Spuren im Preisgefüge hinterlassen. Häufig seien Fördermaßnahmen verpufft, weil sie preistreibend gewirkt hätten, wie bei der Eigenheimzulage.

"Regional undifferenziert eingesetzte Instrumente wie die Sonder-AfA ... haben sogar zu erheblichen Fehlanreizen und städtebaulichen Fehlentwicklungen geführt", so Leutner.

F+B plädiert deshalb für eine dezidierte Abschätzung der Folgen jeder Maßnahme, um die "Nebenwirkungen so klein wie möglich zu halten". Länderübergreifende Bündnisse für Wohnen hätten auch in der Zukunft eine wichtige Koordinierungsfunktion.

Schlagworte zum Thema:  Eigentumswohnung, Berlin

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