22.09.2015 | IVD

Neubaumieten in Berlin steigen um rund elf Prozent

Bild: GG-Berlin ⁄

Die Mieten in Deutschland stiegen im zweiten und dritten Quartal 2015 im bundesweiten Schnitt um knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den vom Immobilienverband IVD untersuchten Großstädten betrug die Miete durchschnittlich 7,80 Euro netto kalt pro Quadratmeter. Überdurchschnittlich fiel mit einem Plus von rund elf Prozent der Preisanstieg für Neubaumieten in Berlin aus.

Im Vorfeld der Einführung der Mietpreisbremse wurden von einigen Experten Vorzieheffekte prognostiziert. Überdurchschnittliche Erhöhungen der Mieten hat IVD in diesem Zeitraum nicht festgestellt. "Die Anstiege bei den Mieten sind im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich moderater, trotz der angekündigten Einführung der Mietpreisbremse", so IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

Eigentum: Kaufpreisanstiege unter Vorjahresniveau

Die ermittelten Kaufpreisanstiege für Eigentumswohnungen lagen im Mittel zwischen 4,5 und 5,8 Prozent. Bei Bestandsobjekten fielen die Preisanstiege mit 4,5 Prozent bei mittlerem Wohnwert und fünf Prozent bei gutem Wohnwert etwas geringer aus.

Die Quadratmeterpreise betragen durchschnittlich 1.138 Euro beziehungsweise 1.521 Euro. Für Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert in Großstädten ab 500.000 Einwohnern müssen Käufer im Durchschnitt 1.825 Euro pro Quadratmeter aufwenden, 6,66 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Preisanstieg ging aber im Vergleich zu 2014 um etwa 2,5 Prozentpunkte zurück.

In Städten mit weniger als 30.000 Einwohnern zeigen sich Nachholeffekte bei den Preissteigerungen. Hier stiegen die Preise für Bestandswohnungen mit gutem Wohnwert im Durchschnitt von 2,5 auf 4,3 Prozent. Auch der Preisanstieg im Neubau erhöhte sich in den kleinen Städten: bei mittlerem Wohnwert von 2,5 auf 4,7 Prozent und bei gutem Wohnwert von 3,6 auf 5,2 Prozent.

Moderater Mietanstieg in Großstädten

Der Mietanstieg bei Bestandswohnungen verlief mit durchschnittlich 2,9 Prozent bei mittlerem Wohnwert bis 2,7 Prozent bei gutem Wohnwert moderat. Hier zahlen Mieter je Quadratmeter kalt 5,98 Euro bei mittlerem beziehungsweise 6,89 Euro bei gutem Wohnwert.

In Großstädten ab 500.000 Einwohnern, in denen die Nachfrage das Angebot übersteigt, lagen die Mietsteigerungen mit 4,2 Prozent bei mittlerem Wohnwert entsprechend höher.

Ausnahme unter den Großstädten ist Berlin, wo die relative Preissteigerung trotz des offen-sichtlichen Nachholeffekts und der starken Nachfrage keineswegs am höchsten war. Betrug das Plus in Berlin 5,37 Prozent auf 7,85 Euro pro Quadratmeter, so stiegen die Preise etwa in Köln (7,95 Prozent Anstieg auf 9,50 Euro pro Quadratmeter) oder Düsseldorf (5,88 Prozent Anstieg auf neun Euro pro Quadratmeter) stärker.

Nach wie vor deutlich höher sind die Preise in München mit durchschnittlich 12,60 Euro pro Quadratmeter und in Hamburg mit 9,25 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete.

Überdurchschnittlicher Preisanstieg bei Neubaumieten in Berlin

Die Neubaumieten stiegen im Erhebungszeitraum um 2,9 Prozent bei mittleren und um 3,3 Prozent im guten Wohnwert. In den deutschen Großstädten, die durch einen starken Nachfrageüberhang gekennzeichnet sind, fiel der Preisanstieg entsprechend höher aus: bei gutem Wohnwert im Durchschnitt um 5,6 Prozent. Die durchschnittliche Nettokaltmiete beträgt in den deutschen Großstädten 12,17 Euro pro Quadratmeter bei gutem Wohnwert.

Berlin bildet hier erneut eine Ausnahme. Die durchschnittliche Miete befindet sich im Neubausegment bei gutem Wohnwert mit zwölf Euro pro Quadratmeter auf durchschnittlichem Niveau, der Preisanstieg fiel mit 11,63 Prozent überdurchschnittlich aus.

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Schlagworte zum Thema:  Miete, Mietpreis, Mieterhöhung, Mietpreisbremse, Immobilienverband, Berlin

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