23.04.2015 | Verbändebündnis Wohnungsbau

Neubaukosten von Mehrfamilienhäusern steigen um 40 Prozent

Verbändebündnis Wohnungsbau: Preisspirale beim Wohnungsneubau nach oben gedreht
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Kosten für den Neubau von Mehrfamilienhäusern in Deutschland sind seit dem Jahr 2000 um knapp 40 Prozent gestiegen. Bei den reinen Baupreisen gab es im gleichen Zeitraum einen Anstieg von rund 27 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Verbändebündnisses Wohnungsbau. 

Die zusätzliche Kostensteigerung sei überwiegend "staatlich gemacht", heißt es in der Studie: Bund, Länder und Kommunen hätten den Wohnungsbau in den vergangenen Jahren durch Gesetze, Verordnungen, Auflagen, Steuern und Materialanforderungen enorm verteuert.

"Es fehlen 400.000 bis 500.000 Wohnungen", sagte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten und forderte mehr politisches Engagement für den Wohnungsbau. "Der Markt allein hat das Problem in den letzten Jahren nicht gelöst." Der Zustrom von Flüchtlingen erhöht demnach den Druck. Weitere 100.000 Wohnungen würden für Flüchtlinge gebraucht.

Je Quadratmeter in einem Mehrfamilienhaus haben die Bauherren nach der Studie im vergangenen Jahr 3.080 Euro ausgegeben. Dazu wurden auch 370 Wohnungsunternehmen befragt.

Preistreiber seien neben laufenden Änderungen von Baunormen und staatlichen Vorschriften auch höhere Baulandpreise und der Wunsch der Nutzer nach einer besseren Ausstattung der Wohnungen, etwa mit größeren Bädern. Nicht eingerechnet wurde, dass Bauherren für Kredite heute nur ein Drittel der Zinsen zahlen, die 2000 fällig wurden.

Neubauten ließen sich nur mit Kaltmieten ab zehn Euro je Quadratmeter refinanzieren, hieß es. "Bezahlbar" bedeute aber für Durchschnittsverdiener sieben bis acht Euro. Das Bündnis fordert deshalb Steuererleichterungen, Wohnungsbau-Förderung in Ballungsräumen, kostengünstiges Bauland von den Kommunen und einen neuen, groß angelegten sozialen Wohnungsbau. Zugleich warnen sie vor neuen Vorschriften und Normen für Bauherren.

Im Verbändebündnis Wohnungsbau haben sich der Deutsche Mieterbund (DMB), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) zusammengeschlossen.

Gemeinsam haben sie die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) in Kiel und Baurechts-Experten der Düsseldorfer Kanzlei HFK Rechtsanwälte LLP mit der Kostenanalyse beauftragt. Die Untersuchung soll die Kostentreiber beim Wohnungsbau offenlegen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnungsbau

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