DTI-Experten sehen erste Anzeichen für den Zuzug von Brexit-"Flüchtlingen" aus London an den Finanzplatz Frankfurt Bild: Corbis

Im dritten Quartal 2016 sind die Preise für Eigentumswohnungen in München laut Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI) gegenüber dem zweiten Quartal um 0,13 Prozent gesunken. Ein Blick auf die Höchstpreise (9.532 Euro pro Quadratmeter) und den Medianpreis (5.122 Euro) zeigt, dass hier kaum noch Platz nach oben ist. In Frankfurt am Main verteuerten sich Eigentumswohnungen um satte 4,35 Prozent – eine erste Folge des Brexit?

Die Kaufpreise für Münchner Wohnhäuser sind Dr. Klein zufolge im Herbst mit einem Plus von 4,17 Prozent wieder deutlich gestiegen. Auch mit dem Medianpreis für Häuser führt die Region aktuell deutschlandweit den Vergleich an: Für einen Quadratmeter müssen Interessenten für ein Haus in München 3.750 Euro bezahlen (in Hamburg sind es beispielsweise 2.400 Euro, in Düsseldorf 2.242 Euro). Die Preisspanne ist in München für alle Immobilienarten sehr groß: Über 7.400 Euro pro Quadratmeter ist die Differenz bei Häusern, mehr als 7.100 Euro pro Quadratmeter bei Wohnungen.

„In Frankfurt ist der Trend der ersten Jahreshälfte gestoppt“, so Tatjana Lehr, Leiterin der Niederlassung von Dr. Klein in Frankfurt.

Die Preissteigerung für Wohnungen in Frankfurt am Main macht sich im dritten Quartal 2016 mit plus 4,35 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal am deutlichsten bemerkbar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal fällt bei den Frankfurter Immobilien aber der Anstieg noch am geringsten aus: Für Wohnungen sind 3,21 Prozent mehr fällig als im Vergleichszeitraum 2015, für Häuser sind es 3,17 Prozent (im März machte DTI im Vergleich zum vierten Quartal 2015 nur ein Plus von 0,13 Prozent aus). 

Frankfurt: Nicht nur Wohnimmobilien in zentralen Lagen begehrt

„Von der leichten Entspannung auf dem Immobilienmarkt, die wir bis Ende Juni feststellen konnten, ist nichts mehr zu spüren – die Nachfrage hat zugenommen und es werden wieder höhere Preise bezahlt", so Lehr. Nach der Entscheidung für den Brexit hätten vor allem Angestellte aus der Finanzbranche London verlassen und orientierten sich nach Frankfurt. Dabei sind Lehr zufolge nicht nur Wohnimmobilien in zentralen Lagen begehrt – hier decke das Angebot schon lange nicht mehr den Bedarf: Vielmehr würden die benachbarten Städte attraktiver – "viele ziehen dorthin und pendeln nach Frankfurt", sagt Lehr.

Die Indexwerte für die Metropolregion am Main bleiben mit 126,67 für Wohnungen (Indexwert in München: 196,34) und 120,87 für Ein- und Zweifamilienhäuser weiterhin die niedrigsten in der Region Süd (Frankfurt, München, Stuttgart). Die Medianpreise – 2.765 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen und 2.261 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen für Häuser – sind dagegen mit denen des Raums Stuttgart vergleichbar. Je nach Lage und Zustand der Immobilie variieren die Quadratmeterpreise aber deutlich: Zwischen der günstigsten und der teuersten Wohnung liegen über 7.800 Euro pro Quadratmeter, die Preisspanne bei Häusern beträgt mehr als 7.100 Euro pro Quadratmeter.

Stuttgart: Kontinuierliche Steigerung setzt sich fort

Verglichen mit dem dritten Quartal 2015 verzeichnet die Region Stuttgart die stärkste Preisentwicklung: Wohnungen liegen 8,09 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, Häuser sogar 10,61 Prozent. In Bezug auf das zweite Quartal fällt die Steigerung moderater aus (Wohnungen: plus 1,61 Prozent, Häuser: plus 2,23 Prozent). In Stuttgart setzt sich damit der Trend des kontinuierlichen Wachstums bei Immobilienpreisen fort. Auch die leicht höheren Medianpreise (2.674 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen, 2.558 Euro pro Quadratmeter für Häuser) spiegeln dies wider. Die Indexwerte von 140,38 (Wohnungen) und 133,11 (Häuser) liegen deutschlandweit jeweils in der oberen Hälfte der untersuchten Regionen.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienpreis, Eigentumswohnung

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