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Hamburg und München stehen in der Gunst europäischer Investoren weit vorne

Eine hohe Marktransparenz und eine niedrige Leerstandsquote machen Hamburg attraktiv für Anleger
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bei Investitionen in Top-Büroimmobilien liegen München und Hamburg auf Zwei-Jahres-Sicht ganz weit vorne im europäischen Vergleich. Zu diesem Ergebnis kommt IVG-Research in einem aktuellen Marktreport. Länder wie Spanien, Portugal und Belgien, zunehmend auch Frankreich, sind vergleichsweise unbeliebt.

Die Spitzengruppe mit München als „Sieger“ vor London, Hamburg und Paris besteht aus Standorten, die durch einen großen Büroflächenbestand, eine vergleichsweise hohe Markttransparenz (und -liquidität) sowie eine relativ moderate Leerstandsquote gekennzeichnet sind. München und Hamburg stehen auch deswegen im Europa-Vergleich sehr weit oben, weil ihre Büromärkte als relativ stabil gelten und da sie dank der guten Konjunktur in Deutschland – nach heutiger Einschätzung – noch Aufwärtspotenzial in Form steigender Mieten aufweisen. London steht wegen der hohen Marktvolatilität momentan auf Platz 2. Paris nimmt trotz der kurzfristig mäßigen Aussichten hinsichtlich Renditekompression und Mietwachstum noch Rang 4 ein.

„Tatsächlich stand in Europa noch nie eine so gewaltige Summe an Investitionskapital einer so überschaubaren Produktverfügbarkeit gegenüber, spielte für Investoren die Selektion geeigneter Investmentobjekte und Standorte eine solch große Rolle, fanden so viele Investitionen auf so wenigen Quadratkilometern in denselben Investmentstandorten statt und fokussierten sich so viele Investoren auf sogenannte „Core-Objekte“", fasst Dr. Thomas Beyerle, Chefresearcher der IVG Immobilien AG, zusammen.

Dieses fast „synchrone“ Investorenverhalten macht das IVG-Investmentscoring für 81 Bürostandorte in Europa deutlich: Die Büromärkte in Deutschland, insbesondere in München, Hamburg und Berlin, gefolgt von Stockholm und Warschau, weisen für Top-Objekte in besten Lagen auf Zwei-Jahres-Sicht die besten Perspektiven auf. Die Liste der  europäischen Wachstumsgewinner führt Moskau aufgrund seiner enormen Wachstumsdynamik und seines Marktpotenzials vor Warschau und Istanbul an. Die größten Abwärtsrisiken hingegen bestehen derzeit in Athen, Lissabon, Madrid und Mailand. Auf den hinteren Plätzen des Investmentscorings befinden sich Athen, Cork, Neapel und Porto.

Angesichts der unübersichtlichen Gemengelage auf den europäischen Finanzmärkten empfehlen die Researcher der IVG ein selektives Vorgehen nicht nur beim Standort, sondern auch bei der Auswahl des Mikrostandorts und des konkreten Objekts. „Gerade in solchen Zeiten bieten sich für Investoren mit geringerer Risikoaversion und Geduld immer auch große Chancen“, so Beyerle abschließend.

Schlagworte zum Thema:  Investor, Büromarkt, Investition

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