06.07.2015 | GdW

Modernisierungen von Mietwohnungen um 1,9 Prozent rückläufig

Im Osten droht eine zweite Leerstandswelle
Bild: CFalk

Für die Modernisierung von Mietwohnungen haben Wohnungsunternehmen 2014 etwa 1,3 Prozent weniger Geld ausgegeben. Das teilt der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) mit. Insgesamt wurden rund 11 Milliarden Euro investiert. Während in gefragten Regionen Wohnungsnotstand herrscht, droht den ostdeutschen Bundesländern eine Leerstandswelle.

Zwar flossen mit rund 7,1 Milliarden Euro noch fast zwei Drittel der Investitionen in den Bestand. Der Anteil gegenüber dem Neubau aber verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr erneut. Insgesamt investierten die rund 3.000 beim GdW organisierten Wohnungsunternehmen rund 10,9 Milliarden Euro. Das sind 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Erheblicher Leerstand im Osten

Während in gefragten Regionen und Großstädten Wohnungen gebraucht würden, haben dem GdW zufolge viele kleinere Kommunen zunehmend mit erheblichen Leerständen zu kämpfen. In den Ost-Bundesländern sei die Leerstandsquote 2014 erstmals seit vielen Jahren nicht weiter zurückgegangen. Für das kommende Jahr erwarten die Wohnungsunternehmen sogar einen leichten Anstieg.

"Die ostdeutschen Bundesländer stehen unmittelbar vor einer zweiten Leerstandswelle", warnte Gedaschko. Wenn nicht mehr Wohnungen abgerissen würden, könne sich der Leerstand bis 2030 verdreifachen. Auch in strukturschwachen Gebieten im Rest des Landes sind laut GdW aber mehr Wohnungen unbewohnt. Ende 2014 waren in den ostdeutschen Ländern 580.000 Wohnungen nicht vermietet, in westdeutschen waren es rund 76.000.

Investitionen steigen 2015 an

Der Aufschwung bei den Investitionen hält damit weiter an, verlangsamt sich jedoch gegenüber dem Vorjahr erneut. 2013 hatte das Plus bei den Investitionen gegenüber dem Vorjahr noch bei 7,2 Prozent gelegen.

Die Investitionen in die Bewirtschaftung der Wohnungsbestände verzeichneten mit einem Plus von 0,3 Prozent nur einen sehr geringen Anstieg und liegen erneut bei rund 7,1 Milliarden Euro. Auffällig ist hier insbesondere das Absinken der Investitionen in die Modernisierung der Bestände um ganze 1,3 Prozent.

Gedaschko appellierte in diesem Zusammenhang an die Politik, auf eine massive Investitionsbremse zu verzichten. Prognosen zufolge zögen die Investitionen stärker an, wenn sie nicht durch Regulierungen gebremst würden, so der GdW-Chef.

Für 2015 prognostiziert der GdW einen weiteren deutlichen Anstieg der Gesamtinvestitionen um rund 13,8 Prozent. "Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr erstmals seit dem Jahr 2000 die 12-Milliarden-Marke überschreiten können. Die Investitionen könnten bei rund 12,4 Milliarden Euro liegen", sagte Gedaschko.

Die positiven Erwartungen sind allerdings eng an die politischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen gebunden. Das gelte für Änderungen bei der Modernisierungsumlage ebenso wie für die nun in den Ländern stattfindende Einführung der Mietpreisbremse. "Enge Regulierungen haben mittelfristig ein Abflachen und schließlich einen Stopp des Investitionsanstiegs zur Folge", erklärte Gedaschko.

Investments in Wohnungsneubau steigen 2015 an

Die Investitionen in den Wohnungsneubau werden im Jahr 2015 ebenfalls deutlich ansteigen. Ausgelöst durch den großen Neubaubedarf in einigen Ballungsregionen planen die Unternehmen eine Ausweitung der Neubauinvestitionen um 25,7 Prozent.

"Wir gehen aber davon aus, dass diese Schätzungen nur dann Wirklichkeit werden, wenn sich die Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau nicht weiter verschlechtern", so Gedaschko. Auch bei den Investitionen in den Bestand zeigt der Trend mit 7,5 Prozent nach oben.

Im Jahr 2014 haben die GdW-Unternehmen 14.729 Wohnungen fertig gestellt. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die GdW-Unternehmen haben damit nach eigenen Angaben bundesweit 31 Prozent der neuen Mietwohnungen gebaut. Für das Jahr 2015 planen die GdW-Unternehmen den Neubau von rund 20.427 Wohnungen. Das wäre der höchste Wert seit 13 Jahren und ein Plus von 15,7 Prozent.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnimmobilien

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