Für Shopping-Center gibt es kaum noch Mietsteigerungspotenzial, während Nahversorgungsimmobilien ungebrochen attraktiv für Investoren sind. Das ist ein Fazit, das Experten der BBE Handelsberatung und der IPH Handelsimmobilien nach Gesprächen auf der Immobilienmesse Mipim 2018 gezogen haben.

"Die Handelsimmobilie ist in diesem Marktumfeld nach wie vor eine bedeutende Assetklasse", sagt Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung und IPH Handelsimmobilien. Es herrsche aber Skepsis über die künftigen Perspektiven angesichts der weiteren Marktanteilszugewinne des E-Commerce.

Value-add-Objekte mit dem größten Wertsteigerungspotenzial

Zu der Skepsis beigetragen haben etwa Meldungen über Filialschließungen oder zu kürzeren Mietvertragslaufzeiten und Sonderkündigungsfristen von relevanten Händlern aus dem Bereich Fashion. "Investoren und Eigentümer sorgen sich um weitere Mietsteigerungspotenziale", sagt Lars Jähnichen, Geschäftsführer der IPH Handelsimmobilien. "Eine Wertsteigerung kann heute und künftig fast nur aus der Immobilie selbst realisiert werden."

Wichtig seien Positionierung, Optimierung des Mietermix, standortbezogenes Marketing, Verbesserung der Besuchsanreize und der Aufenthaltsqualität als Instrumente eines umfassenden Center Managements. "Daher sind in dieser Assetklasse insbesondere Value-add-Objekte attraktiv, da dort die größten Wertsteigerungspotenziale vorhanden sind", sagt Jähnichen.

Nahversorgungsimmobilien: Kaufpreise steigen weiter

Uneingeschränkt optimistisch sind die Investoren bezüglich Nahversorgungsimmobilien: „Wir rechnen daher mit weiter steigenden Kaufpreisen in diesem Bereich“, sagt Stumpf. Künftig würden dabei auch kleinere Städte in das Anlageprofil integriert.

Aber auch bei der Nachhaltigkeit von Investments in Nahversorgungsimmobilien gelten laut Stumpf besondere Erfolgsfaktoren, wie etwa die Anziehungskraft der Gesamtnahversorgung am Standort oder die Drittverwertbarkeit bei Betriebsformenwandel.

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