Mietpreisindex für Gewerbeflächen (GIMX)

Ob Büro oder Einzelhandel: Die Angebotsmieten in den meisten deutschen Großstädten steigen weiter – scheinbar unbeeindruckt von der Coronakrise, wie der Mietpreisindex für Gewerbeflächen (GIMX) von ImmoScout24 und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Neun von zwölf* untersuchten Großstädten weisen im Mietpreisindex für Gewerbeflächen (GIMX), den das Maklerportal ImmoScout24 gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln auflegt, für das erste Halbjahr 2020 ein Plus von mehr als zwei Prozent bei den Büromieten auf. Analysiert wird jeweils das halbjährliche Wachstum. Es gab in der aktuellen Studie nur einen Ausreißer nach unten: Dortmund. Hier sanken die Büromieten leicht um 1,2 Prozent.

Besonders deutlich legten die angebotenen Mieten mit 7,1 Prozent in Köln zu. Auch Leipzig (5,8 Prozent) und München (4,6 Prozent) verzeichnen bei den Büros deutliche Mietanstiege. Dicht dahinter folgen Frankfurt am Main (plus 3,2 Prozent), Hannover (plus 2,9 Prozent), Stuttgart und Essen mit jeweils einem Plus von 2,8 Prozent, Hamburg (plus 2,5 Prozent) und Berlin (plus 2,1 Prozent). In Düsseldorf mit plus 1,3 Prozent und Dresden mit plus 0,2 Prozent stagnierte das Mietniveau für Büroimmobilien.

Einzelhandelsmarkt: Regional unterschiedliche Bewegungen nach oben und nach unten

Während sich die Mietpreise auf dem Büromarkt trotz Kontakteinschränkungen und zunehmenden Homeoffice-Regelungen also in fast allen betrachteten Märkten stabil entwickelten, differenziert sich der Einzelhandelsmarkt im ersten Halbjahr 2020 weiter aus.

Bei den Ladenmieten fällt vor allem Düsseldorf auf. Hier sind die Mietpreise im ersten Halbjahr um 14,5 Prozent gestiegen, allerdings gehen die Studienautoren hier von Nachholeffekten aus den Vorjahren aus. In Hamburg, Frankfurt am Main und Dresden sind die Einzelhandelsmieten zwischen 5,5 Prozent und 6,3 Prozent gestiegen; in Köln, Leipzig und München sind sie in einer Spanne zwischen 6,1 Prozent und 8,2 Prozent gesunken. In Berlin zeigen sich die für den GIMX untersuchten Einzelhandelsmieten mit einem leichten Wachstum von 0,7 Prozent vergleichsweise stabil.

"Damit setzt sich die Entwicklung aus dem letzten Jahr fort, ein deutlicher Corona-Effekt ist bislang nicht feststellbar." Prof Dr. Michael Voigtländer, Leiter Kompetenzfeld Finanz- und Immobilienmärkte, IW Köln

Zwar sei es für eine Entwarnung noch zu früh, aber es bleibe die Hoffnung, dass der Gewerbeimmobilienmarkt weniger stark getroffen wird als teilweise vermutet, erklärt Voigtländer.

Gewerbemieten vor und nach den Corona-Maßnahmen

Ein Quartalsvergleich zeigt, dass die zum Teil bemerkenswerten Mietsteigerungen im ersten Halbjahr 2020 vor allem durch das starke erste Quartal getragen werden. Im zweiten Quartal stagnierten die Angebotsmieten mit regionalen Abweichungen. Ein nachhaltiger Einbruch durch die Folgen der Corona-Pandemie ist den Studienautoren zufolge aber nicht erkennbar. Rückgänge im Quartalsvergleich weisen nur Stuttgart (minus 4,6 Prozent), München (minus 0,1 Prozent) und Hamburg (minus 0,3 Prozent) auf.

"Die Corona-Pandemie hat den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt im ersten Halbjahr 2020 deutlich schwächer getroffen als zunächst erwartet." Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24

Ob die Folgen der Pandemie den Bedarf und die Anforderungen an Gewerbeimmobilien langfristig und strukturell verändern werden, müsse man abwarten, so Schroeter weiter.


*Berlin, Dresden, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Stuttgart.


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